Autobranche
Porsche bringt VW unter seine Kontrolle

Porsche hat seinen Anteil an Volkswagen nach eigenen Angaben auf 35,14 Prozent erhöht und Europas größten Autobauer damit unter seine Kontrolle gebracht.

HB HANNOVER. Am Dienstag seien weitere 4,89 Prozent an VW erworben worden, teilte Porsche in Stuttgart mit. Die Aktien hatte sich Porsche bereits durch Termingeschäfte gesichert. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bekräftigte: "Das Ziel bleibt weiterhin, unseren Anteil an Volkswagen auf über 50 Prozent zu erhöhen. Der heutige Schritt ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg." Man freue sich auf die Fortsetzung und Vertiefung der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Vorstand und hoffe auf eine rasche Lösung im Konflikt zwischen den Arbeitnehmervertretungen von Porsche und VW.

Mit dem Sprung über die Marke von 35 Prozent erlangt Porsche die faktische Kontrolle über den Wolfsburger Konzern. Denn der Sportwagenbauer verfügt mit dem Stimmrechtsanteil nun über eine faktische Mehrheit in der VW-Hauptversammlung, da in den vergangenen Jahren meist nur rund 60 Prozent der Stimmrechte vertreten waren. Nach dem Wertpapierübernahmegesetz ist VW Porsches Angaben zufolge nun ein Tochterunternehmen der Stuttgarter. Damit werden Arbeitnehmervertreter von Volkswagen in den Betriebsrat der Porsche-Holding und in den Aufsichtsrat einziehen, berichtete der Sportwagenbauer.

Der Betriebsrat der Porsche-Holding sei über die Aufstockung informiert und zur Neukonstituierung aufgefordert worden. Zwischen dem Porsche Betriebsrat und der Volkswagen-Arbeitnehmervertretung herrscht seit Monaten ein erbitterter Streit über die zukünftige Sitzverteilung in den Gremien. Der VW-Betriebsrat sieht das Gremium von Porsche-Arbeitnehmervertretern dominiert an, obwohl die Wolfsburger deutlich mehr Mitarbeiter haben als der Stuttgarter Konzern.

Porsche hatte bereits Mitte Juni bekanntgegeben, Verträge für den Kauf der knapp fünf Prozent der VW-Stammaktien geschlossen zu haben. Diesen Nachweis hatte die EU-Kommission zur Bedingung gemacht, um überhaupt über die geplante Mehrheitsübernahme von Porsche bei VW zu entscheiden. Die Behörde hat dem Sportwagenbauer mittlerweile grünes Licht für die Mehrheitsübernahme gegeben. Die Zustimmung von weiteren Kartellbehörden steht noch aus. Die tatsächliche Stimmrechtsmehrheit will Porsche in einigen Wochen erlangen.

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