Autobranche
Porsche erwartet fünf Milliarden Verlust

An spannenden Themen hat es dem Aufsichtsrat von Porsche auf seiner Sitzung heute nun wahrlich nicht gemangelt: der Einstieg von Katar, die Übernahme durch VW, die vakanten Vorstandsposten. Doch es gab eine beunruhigende Nachricht, die all diese Dinge überstrahlt: Porsche rechnet mit einem Milliardenverlust wegen der Optionsgeschäfte mit VW-Aktien.

HB STUTTGART. Nach jahrelangen Milliardengewinnen rutscht der vor der Eingliederung in den VW-Konzern stehende Autobauer Porsche in die roten Zahlen. Im Konzernabschluss der Porsche SE sei für das am 31. Juli endende Geschäftsjahr 2008/2009 mit einem Verlust vor Steuern in einer Größenordnung von bis zu minus fünf Mrd. Euro zu rechnen, teilte Porsche am Mittwoch nach einer Aufsichtsratsitzung mit.

Der absehbare Verlust stehe vor allem im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung von Optionen auf VW-Stammaktien. Darüber würden derzeit Verhandlungen geführt. Zum Verhandlungsstand machte Porsche keine Angaben. Durch den Verkauf des Optionspakets würden gebundene Barmittel „in erheblicher Größenordnung“ frei.

Der Aufsichtsrat hat einen neuen Produktionsvorstand ernannt. Der bisherige Produktionschef Michael Macht wird ja Nachfolger des ausgeschiedenen Porsche-Vorstandsvorsitzenden Wendelin Wiedeking. Das Ressort Produktion und Logistik, wie es offiziell heißt, wird Wolfgang Leimgruber übernehmen.

Leimgruber absolvierte nach einer Maschinenschlosserlehre eine Ausbildung an der Ingenieurschule in Ulm, bevor er an der Technischen Hochschule Stuttgart Maschinenbau studierte und als Diplomingenieur abschloss. 1978 trat der 59-Jährige bei Porsche als Planer in das Produktionsressort ein. Nach mehreren Stationen als Führungskraft in der Produktion wurde er 1992 zum Leiter Karosseriefertigung und Lackierung ernannt. In dieser Funktion war er maßgeblich am Restrukturierungsprozess der Produktion beteiligt, der unter dem damaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking begonnen wurde.

Darüber hinaus vertrat Leimgruber seit 2007 die Leitenden Führungskräfte sowohl im Aufsichtsrat der Porsche SE als auch der AG. Vom Mandat in der SE war er bereits im Januar 2009 zurückgetreten. Auch seinen Sitz im Aufsichtsrat der Porsche AG wird er nach der Berufung in den Vorstand niederlegen.

Außerdem hat der Aufsichtsrat der Porsche Holding über das weitere Vorgehen nach dem verlorenen Machtkampf mit Volkswagen beraten. Dabei wollten die Betriebsräte nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ darauf dringen, dass das VW-Gesetz künftig auch auf Porsche angewandt werden soll. Damit können beispielsweise keinen Pläne zu einer Werksschließung gegen den Willen der Belegschaft getroffen werden. Über die Ergebnisse wurde noch nichts offiziell bekannt.

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