Autobranche
Porsche stellt die Bänder ab

Erst ein Tag, jetzt mehrere: Der erfolgsverwöhnte Sportwagenbauer Porsche lässt für acht Tage die Produktion ruhen. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking steht bei der Bilanzpressekonferenz heute Morgen unter Druck wie lange nicht mehr. Die Autokrise Krise trifft Porsche härter als manchen Konkurrenten. Die Hoffnung liegt auf dem Viertürer Panamera, der 2009 auf den Markt kommen soll.

STUTTGART. Porsche ist also auch nur ein Automobilhersteller wie alle anderen auch - an dem die Autokrise nicht vorübergeht: Auch Porsche lässt nun nämlich wegen der Absatzkrise auf dem Automarkt für mehrere Tage die Produktion ruhen. Im Stammwerk Stuttgart-Zuffenhausen stehen die Bänder bis Ende Januar insgesamt an acht Tagen still, wie ein Porsche-Sprecher am Dienstag sagte. Davon seien rund 2 500 der insgesamt 4 800 Mitarbeiter des Werkes betroffen. "Da die Arbeitszeitkonten der Porsche-Mitarbeiter wegen der hohen Produktionsauslastung im letzten Jahr gut gefüllt sind, ist der Ausgleich ohne Kurzarbeit möglich.“ Andere Werke seien vorerst nicht betroffen

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In Stuttgart-Zuffenhausen habe es bereits am vergangenen Freitag einen Schließtag gegeben, bis Ende Januar 2009 sollen sieben weitere folgen. Insgesamt will Porsche durch die Maßnahme rund 1280 Autos weniger produzieren. Im Stammwerk der Stuttgarter laufen täglich 160 Autos der Baureihe 911 vom Band.

Und am morgigen Mittwoch, dem Tag der Bilanzpressekonferenz, wird Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wohl auch noch alle enttäuschen, die einen weiteren Paukenschlag bei der Übernahme von Volkswagen erwarten. Erst Ende Oktober hatte er angekündigt: "Zielsetzung ist, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, im Jahr 2009 auf 75 Prozent aufzustocken und damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag frei zu machen."

Damit würden die wichtigsten Entscheidungen nicht wie bisher im VW-Aufsichtsrat, sondern in der Porsche-Holding gefällt. Die Stuttgarter könnten dann über Vorstandsposten, neue Fahrzeugmodelle und Standorte von Europas größtem Autohersteller bestimmen. Zudem hätten sie Zugriff auf sämtliche Gewinne.

Eigentlich sollte die Ankündigung der angestrebten Beherrschung die heißen Spekulationen um die VW-Aktie abkühlen. Das Gegenteil war der Fall: Der Kurs explodierte förmlich auf fast 1 000 Euro. Der Konzern hatte damit einen Marktwert von rund 300 Mrd. Euro und war kurzzeitig teuerste Aktiengesellschaft der Welt. Gestern notierte die Aktie nur noch bei 316 Euro. Das ist aber immer noch ein Mehrfaches des inneren Wertes, den Analysten der wirtschaftlichen Kraft von VW beimessen.

Der Ankündigung von Porsche, 75 Prozent Anteil an VW anzustreben, messen Analysten inzwischen eine abnehmende Bedeutung zu. Grund ist die Einschränkung, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen müssen. "Die VW-Aktie ist immer noch zu teuer, die Finanzierung über den Kapitalmarkt ist derzeit schwierig, die fundamentalen Konjunkturdaten sind schlecht, und das VW-Gesetz hält sich deutlich länger als erwartet.

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