Autobranche
Porsche verbessert Kreditantrag für KfW

Die Chance wird immer kleiner, dennoch will sie Porsche nutzen: Der hoch verschuldete Sportwagenbauer will durch einen verbesserten Antrag doch noch einen milliardenschweren Kredit der Staatsbank KfW erhalten. Parallel dazu laufen Gespräche mit anderen Autobauern.

HB STUTTGART. Ein Porsche-Sprecher sagte in Stuttgart: „Die KfW will, dass wir das nachbessern. Das werden wir schnell tun.“ Endgültig über das Gesuch für den 1,75-Milliarden-Euro-Kredit entscheiden muss der Lenkungsausschuss der Bundesregierung. Die Entscheidung wird für Anfang Juli erwartet.

Porsche hält knapp 51 Prozent am Volkswagen-Konzern. Bei der Übernahme von Europas größten Autobauer hatte der Stuttgarter Sportwagenbauer neun Mrd. Euro an Schulden angehäuft. Deshalb ist der Konzern weiter auf der Suche nach frischem Geld. Ein Daimler-Sprecher wies einen Bericht des „Manager-Magazins“ zurück, wonach es Gespräche über einen Einstieg bei Porsche gebe. Das seien pure Spekulationen. In einer Branche, in der man sich treffe, rede jeder mit jedem. Eine Porsche-Sprecher lehnte eine Stellungnahme zu dem Thema ab.

Vor über zehn Jahren hatte Daimler mit Porsche konkrete Gespräche über einen Einstieg geführt. Damals ging es um die gemeinsame Entwicklung eines Geländewagens. Beide Konzerne waren sich damals einig, aber als Daimler eine Kapitalverflechtung wollte, waren die Porsche-Eigentümerfamilien strikt dagegen.

Automobilexperte Willy Dietz kann sich eine Verflechtung der beiden Konzern nicht vorstellen. Dietz verwies auf die finanzielle Situation von Daimler. Der Konzern hatte im ersten Quartal rote Zahlen geschrieben. „Ich weiß nicht, wo das Geld herkommen soll. Daimler ist glücklich, dass Abu Dhabi bei ihnen eingestiegen ist.“ Daimler hatte vor Jahren auch schon einmal mit VW über eine gegenseitige Beteiligung gesprochen. Doch daraus wurde ebenso nichts wie aus Gesprächen über Projekte im Kleinwagenbereich.

Porsche setzt nach mit der Sache vertrauten Personen weiter auf einen Einstieg des Emirats Katar. Das Emirat will früheren Angaben zufolge mindesten einen Anteil von 25 Prozent erwerben. Aber auch über die künftige Beteiligungsstruktur beim Sportwagenbauer gehen die Spekulationen weiter: Nach einem Bericht des Magazins „Focus“ soll der Staatsfonds von Katar deutlich mehr Anteile kaufen wollen als bislang bekannt.

Bei einem Treffen der Familien Porsche und Piëch habe Konzernchef Wendelin Wiedeking den Anwesenden ein Papier über die zukünftige Beteiligungsstruktur präsentiert, schreibt das Blatt. Dort heiße es, dass ein „externer Investor“ insgesamt 29,9 Prozent der Anteile übernehmen solle, bisher war nur eine mögliche 25-prozentige Beteiligung an der Holding bekannt. Die Familien hätten sich nicht zu einer schnellen Zusage durchringen können. Porsche wollte den Bericht nicht kommentieren.

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