Autobranche
Saab mit neuer Überlebensstrategie

Der schwedische Autobauer Saab ringt ums Überleben. Das soll eine neue Strategie sichern: nämlich die für ein deutlich breiteres Produktportfolio. Dennoch bleiben Fragezeichen.

HB BERLIN. Der schwer angeschlagene schwedische Automobilbauer Saab will sich nach der geplanten Trennung von seiner bisherigen Mutter General Motors (GM) ein breiteres Produktportfolio zulegen. "Saab muss weitere Nischen mit guten Benzin- und Dieselmotoren oder Allradfahrzeugen besetzen", sagte der Chef der Traditionsmarke Jan-Ake Jonsson der Zeitung "Die Welt". Kurzfristig wolle das Unternehmen auf kleinere Motoren mit Turboladung setzen, in Planung seien auch Hybridfahrzeuge und Elektroautos. Das hänge aber von der weiteren Geschäftsentwicklung ab. Das Ziel sei, 150.000 Fahrzeuge pro Jahr zu verkaufen. 2008 waren es nur noch 93.000 Autos, in diesem Jahr gab es weitere herbe Rückschläge.

Saab werde wieder wachsen und solle künftig stärker als eigenständige Marke wahrgenommen werden, sagte Jonsson. Entwicklung, Produktion und andere Aufgaben sollten wieder nach Schweden zurückkommen. Es sei für Saab besser, "groß in einer kleinen Organisation zu sein, als klein in einem großen Konzern". Der Autobauer hat seit dem Einstieg von GM vor knapp 20 Jahren bis auf zwei Jahre stets Verluste eingefahren. Im Februar musste er Insolvenz anmelden.

Jonsson bezeichnete 2009 als Jahr des Übergangs. In den nächsten 18 Monaten sollen vier neue Modelle auf den Markt kommen. Von 2011 an erwarte er wieder einen positiven Cashflow, so dass von da an Investitionen in neue Produkte aus eigener Kraft gestemmt werden könnten. "Wann wir wieder einen Nettogewinn oder operativ schwarze Zahlen ausweisen, ist eine ganz andere Frage. Allerdings bin ich guter Hoffnung, dass wir schnell wieder Geld verdienen können, weil die Gewinnschwelle bereits bei niedrigen Verkaufszahlen erreicht werden kann."

Der kleine schwedische Sportwagenhersteller Koenigsegg will Saab im dritten Quartal von GM übernehmen. Darauf hatten sich die Unternehmen Mitte Juni in einem "memorandum of understanding" geeinigt. Es seien noch viele offene Fragen zu klären, sagte Jonsson der "Welt". Bislang gebe es jedoch keine Punkte, die auf ein Scheitern hindeuteten. Das Geschäft sieht unter anderem vor, dass GM der bisherigen Tochter 75 Prozent der Schulden von rund 920 Millionen Euro erlässt. Zudem soll GM Saab für eine bestimmte Zeit unter anderem mit Antriebstechnologien versorgen. Der Verkauf stützt sich auf einen 600-Millionen-Dollar-Kredit (426 Mio Euro) der Europäischen Investitionsbank EIB, für den die schwedische Regierung bürgen muss.

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