Autobranche
Studie: Deutschland ist weltbester Autostandort

Für die Automobilindustrie ist Deutschland der wettbewerbsfähigste Autostandort weltweit. Dist das Ergebnis einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Die Berater haben Manager europäischer Automobilunternehmen befragt. Aber zurücklehnen können sich die Deutschen nicht. Ganz im Gegenteil.

HB HANNOVER. Deutschland ist einer Studie zufolge der wettbewerbsfähigste und stabilste Automobilstandort der Welt. 58 Prozent der befragten Manager aus 300 europäischen Unternehmen der Automobilindustrie schätzen die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands als hoch oder sehr hoch ein, wie die Autoren der Studie am Donnerstag mitteilten. Japan und China folgten mit 53 und 52 Prozent. Osteuropäische Länder liegen hingegen abgeschlagen auf hinteren Plätzen, etwa die Slowakei und Tschechien (je 28 Prozent). Die USA kommen auf 27 Prozent.

Zudem attestierten 52 Prozent der Befragten der deutschen Automobilbranche eine hohe Stabilität - das sind zwölf beziehungsweise zehn Punkte mehr als Japan und China erhielten. "Das Ausland traut den deutschen Unternehmen zu, den Abschwung zu meistern, relativ stabil durch die Krise zu navigieren und die richtigen Antworten zu finden auf die großen Herausforderungen, vor denen die Branche steht", sagte Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst & Young, in deren Auftrag die "European Automotive Survey 2009" durchgeführt wurde.

Die deutsche Wettbewerbsfähigkeit sei aber kein Selbstläufer, mahnten die Autoren. Trotz Sparzwängen müsse Geld in Zukunftstechnologien gesteckt werden. "Wir sehen die große Gefahr, dass die dringend notwendigen Investitionen in Zukunftstechnik - vor allem bei Antriebstechnologien und Verbrauchsreduzierung - dem Rotstift zum Opfer fallen könnten", erklärte Fuß. "Den Unternehmen, die jetzt den Anschluss verpassen, weil sie die enormen Innovationskosten nicht schultern können, könnte mittelfristig das Aus drohen."

Die aktuelle Absatzkrise wird nach Einschätzung der Befragten zu Umbrüchen in der Branche führen. Jeder dritte Automanager geht davon aus, dass es zu Fusionen unter den Herstellern kommen wird, immerhin 14 Prozent der Befragten erwarten, dass weitere Autohersteller insolvent werden. "Die Branche sortiert sich neu: Während die Hersteller mit Finanzierungsproblemen und schwachen Absatzzahlen kämpfen, stehen gerade in China neue, finanzstarke Player in den Startlöchern. Diese schicken sich an, den etablierten Herstellern das Leben schwer zu machen", sagte Fuß.

Für 2010 - die Zeit nach den Abwrackprämien - stellen sich die befragten Automanager auf Absatzeinbußen ein. 61 Prozent der Unternehmen erwarten sinkende Verkaufszahlen, nur 13 Prozent einen positiven Trend bei Neuzulassungen. Im Durchschnitt geht die Branche von einer 14-monatigen Dauer der Absatzkrise aus.

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