Autobranche
Toyota fürchtet gleich drei harte Jahre

Keine Frage, Toyota steht vor einem großen Umbruch. Gestern auf der Hauptversammlung wurde Akio Toyoda zum neuen Firmenchef ernennt. Und der Enkel des Firmengründers äußerte sich gleich in großer Offenheit: Es werde Verschiebungen in allen Märkten geben und die Krise dauere noch zwei bis drei Jahre.

TOKIO. Der japanische Autohersteller Toyota erwartet, seine Kapazitäten in zwei bis drei Jahren wieder auslasten zu können, rechnet aber bis dahin mit einer weiter schweren Zeit. „Keinesfalls möchte ich drei Jahre in Folge Verluste vorweisen“, sagte der zu Wochenbeginn frisch ernannte Firmenchef Akio Toyoda gestern in Tokio bei Vorstellung seiner Krisenstrategie. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass er für das Geschäftsjahr bis März 2011 wieder mit einem Gewinn rechnet.

Derzeit stützen die weltweit angelaufenen Anreizprogramme für den Autokauf den Markt merklich. „Ich bin der japanischen Regierung sehr dankbar, dass sie die Abwrackprämie eingeführt hat.“ Doch die Absatzschwierigkeiten werden sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen, befürchtet Toyoda. Für die Zeit nach der Erholung rechnet der Enkel des Firmengründers mit einem weltweit stark veränderten Markt. Die Gewichte der Weltgegenden und der Autotypen werden sich verschieben, prophezeite der 53-jährige Unternehmenschef.

Toyodas neuer Mann für die Produktionsplanung, Takeshi Uchiyamada, gab sich besonders optimistisch, was den Grad der Erholung der Autobranche angeht. Sein Unternehmen habe Kapazitäten für die Herstellung von zehn Mio. Autos jährlich, die derzeit nicht ausgelastet seien. „Wir schließen aber keine Fabriken, weil wir denken, dass wir einen guten Teil der Kapazitäten in zwei oder drei Jahren wieder gut brauchen können.“ Bis dahin fahren die Standorte reduzierte Schichten und kurze Arbeitszeiten.

Toyota ist in diesem Jahr zum größten Autohersteller der Welt aufgestiegen. Der vermeintliche Segen stellte sich jedoch als Fluch heraus. „Es war zwar gut, dass wir expandiert haben, als der Markt gut aussah, aber wir verhehlen nicht, dass wir unsere Möglichkeiten stark gestreckt haben, was jetzt in der Krise ein Nachteil ist“, sagte Toyoda. Er kündigte eine Phase der Konsolidierung und Neuorganisation an.

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