Autobranche
US-Autoabsatz fällt auf 27-Jahres-Tief

Monat für Monat werden die Absatzzahlen für den US-Automobilmarkt veröffentlicht und Monat für Monat werden die Zahlen dramatischer. Der Januar bildet da keine Ausnahme: Mit unverminderter Geschwindigkeit nimmt die Branche Kurs auf ein 27-Jahres-Tief – deutsche Hersteller inklusive.

HB NEW YORK. Das ist ein Horrorstart des US-Automarkts ins neue Jahr: Die dramatische Absatz-Talfahrt hat sich nochmals stärker als befürchtet beschleunigt. Bei der ums Überleben kämpfenden Opel-Mutter General Motors (GM) brachen die Verkäufe im Januar um rund die Hälfte ein, beim ebenfalls notleidenden Chrysler-Konzern sogar noch stärker. Auch für die anderen Hersteller einschließlich der deutschen Autobauer ging es wegen der Rezession steil bergab.

General Motors (GM) verkaufte im Januar auf dem Heimatmarkt mit knapp über 129 000 Autos 49 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Hersteller am Dienstag in Detroit mitteilte. Beim zweitgrößten US-Autobauer Ford Motor brach der Absatz um 39 Prozent auf rund 90 600 Wagen ein. Die Nummer drei, Chrysler, traf es am schlimmsten mit einem Absturz um fast 57 Prozent auf etwas mehr als 62 000 Stück.

GM und Chrysler können derzeit nur mit staatlichen Notkrediten überleben. In zwei Wochen müssen sie Pläne für ihre Zukunftsfähigkeit vorlegen. Sie starteten gerade neue Abfindungsprogramme zum Jobabbau. Ford will bisher ohne staatliche Rettung auskommen.

Bei den deutschen Herstellern in den USA konnte BMW seine Talfahrt im Vergleich zum Dezember zumindest etwas abbremsen. Der Absatz der Gruppe sank um fast 16 Prozent auf rund 14 300 Wagen. Allerdings traf es diesmal auch den zuletzt starken Mini . Das Minus fiel bei dem Kleinwagen ebenso hoch aus wie bei der Kernmarke BMW.

Daimler erlitt einen Absatzrückgang von fast 36 Prozent auf 12 200 Autos. Für das Minus sorgte allein die Kernmarke Mercedes-Benz, die um fast 43 Prozent einbrach. Von seinem vor knapp einem Jahr in den USA gestarteten Kleinwagen smart verkaufte Daimler fast 1 800 Stück.

Bei Volkswagen fiel der Rückgang vergleichsweise moderat aus: Der US-Absatz sank um knapp zwölf Prozent auf etwas über 12 700 Fahrzeuge. „Wir wissen, dass 2009 ein weiteres extrem hartes Jahr für die Autobranche werden kann“, sagte der US-Chef von VW, Mark Barnes. Bei der VW-Tochter Audi stürzten die Verkaufszahlen allerdings im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 26 Prozent auf rund 4 700 Stück ab. Der Sportwagenbauer Porsche verkaufte in ganz Nordamerika 36 Prozent weniger Fahrzeuge - insgesamt 1 746 Stück.

Beim japanischen Toyota-Konzern, dem weltgrößten Autobauer, sackte der US-Absatz um mehr als 34 Prozent auf rund 117 300 Einheiten ab. Auch andere asiatische Hersteller verloren erneut deutlich.

In Deutschland hat sich der Negativtrend im Januar ebenfalls fortgesetzt, allerdings mit einem Rückgang der Neuzulassungen um 14 Prozent nicht so extrem. Branchenvertreter sehen hier überdies etwa durch die Abwrackprämie und die Kfz-Steuerreform Licht am Ende des Tunnels.

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