Autobranche
US-Automarkt in der Megakrise

Wer dachte, es kann für die US-Autobranche nicht noch schlimmer kommen, der wurde am späten Montagabend eines Besseren belehrt: Der Absatz rutschte im Oktober weiter massiv ab. Ein GM-Manager kommentierte: "Das war der schlimmste Monat seit dem Zweiten Weltkrieg". Die deutschen Hersteller konnten sich nicht entziehen.

HB DÜSSELDORF/NEW YORK. Schwarzer Oktober am US-Automarkt: Die Verkäufe sind erneut massiv eingebrochen, auch deutsche Hersteller wurden von dem Abwärtssog mitgerissen. Besonders schwer traf es abermals die amerikanischen Autogiganten. Die Opel-Mutter General Motors erlitt einen erdrutschartigen Absatzeinbruch von 45 Prozent. GM-Manager Michael DiGiovanni sprach vom schlimmsten Monat seit dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings verkaufte der größte US-Hersteller mit seinen gut 170 000 Fahrzeugen immer noch mehr als doppelt so viel wie die deutsche Konkurrenz.

Der gesamte US-Automarkt dürfte im Oktober Branchenschätzungen zufolge um 31 Prozent auf 850 000 Fahrzeuge geschrumpft sein. Experten erwarten, dass im gesamten Jahr weniger als 14 Mio. Fahrzeuge verkauft werden - der weltgrößte Automarkt schrumpft damit rapide auf das Niveau von Anfang der 80er Jahre.

Der aktuelle freie Fall ist vor allem eine Folge der Kreditkrise und der Wirtschaftsschwäche. Immer mehr Kunden bekommen entweder keine Kredite oder halten angesichts der unsicheren Lage ihr Geld zusammen.

Das "erschreckendste" an der Entwicklung im Oktober sei, dass von September auf Oktober beim hochgerechneten Jahresabsatz zwei Mio. Fahrzeuge wegbrachen, sagte GM-Manager DiGiovanni in einer Telefonkonferenz am Montag. Bereinigt um den Anstieg der Einwohnerzahl dürfte die Branche den schlechtesten Monat seit Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt haben. GM-Verkaufschef Mark LaNeve stimmte zu: "Es war, als hätte jemand das Licht ausgeknipst." Er habe in 27 Jahren im Geschäft so etwas noch nie erlebt.

Die US-Autobauer kämpfen schon seit mehreren Jahren mit Problemen, seit der Anstieg der Spritpreise bei den Amerikanern die schweren Geländewagen und Pickups auf einen Schlag weniger populär machte. Damals führten vor allem die japanischen Konkurrenten mit ihren sparsameren Autos die US-Platzhirsche vor. Heute kann sich niemand mehr der Krise entziehen: Selbst der Überflieger Toyota verbuchte im Oktober ein saftiges Minus von 25,9 Prozent auf gut 152 000 Fahrzeuge.

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