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Autobranche: US-Gewerkschaften nehmen deutsche Autobauer ins Visier

Der neue UAW-Chef Bob King will den Einfluss der schwächelnden Gewerkschaft erhöhen. Jetzt versucht er, die Arbeiter in den US-Werken deutscher Hersteller zu gewinnen - mit Hilfe der IG Metall. Den Deutschen stehen unruhige Zeiten bevor.

Noch sind die Beziehungen zwischen den deutschen Autobauern und ihren Mitarbeitern ungetrübt. Quelle: dpa
Noch sind die Beziehungen zwischen den deutschen Autobauern und ihren Mitarbeitern ungetrübt. Quelle: dpa

DETROIT . Die deutschen und asiatischen Autobauer in den USA stellen sich auf stärkeren Druck von der Gewerkschaft UAW ein. Die US-Autogewerkschaft will noch im Januar eine groß angelegte Kampagne starten, um Mitarbeiter in Werken ausländischer Autobauer gewerkschaftlich zu organisieren. "Wir werden sehr sehr aggressiv sein und sind bereit, viel Geld auszugeben, um die Rechte der Arbeiter zu verteidigen", kündigte der seit Juni 2010 amtierende UAW-Chef Bob King an. Die Gewerkschaft habe für das Projekt 60 Millionen Dollar aus ihrem Streik-Fonds bei Seite gelegt.

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"Die UAW hat in der Vergangenheit sehr viel Macht verloren. Sie versucht nun, neue Mitglieder zu gewinnen, in dem sie die ausländischen Hersteller ins Visier nimmt", sagt Analystin Rebecca Lindland von IHS-Automotive. "Das ist etwas, was jeder Werksleiter sehr ernst nehmen muss."

IG Metall stützt die amerikanischen Gewerkschaften

Deutsche Gewerkschafter zeigen sich mit der UAW solidarisch. Der Daimler-Weltbetriebsrat, in dem auch die UAW einen Vertreter sitzen hat, will sich nach Angaben der IG Metall schon auf seinem nächsten Treffen am 24./25. Februar in Stuttgart mit dem Thema beschäftigen. VW-Konzernbetriebsratchef Bernd Osterloh will in diesem Jahr mit den Mitarbeitern im neuen VW-Werk in Chatttanooga über die spezielle Interessenvertretung bei VW reden, hatte er bereits vor wenigen Tagen angekündigt. Die Beschäftigten sollen zuvor die Möglichkeit haben, sich an ihrem Arbeitsplatz zurechtzufinden. "Ich habe Verständnis dafür, dass die UAW die Fabriken organisieren will", hatte Osterloh kürzlich gesagt.

Offiziell stehen die deutschen Hersteller dem Vormarsch der Gewerkschaft neutral gegenüber. Alle Konzerne haben Abkommen unterschrieben, die sie verpflichten, auch im Ausland die Gewerkschaften zu respektieren und kollektive Verhandlungen zuzulassen.

Doch intern sieht die Sache anders aus, kritisieren Arbeitnehmervertreter. "Es gibt eine positive Neutralität und es gibt eine negative Neutralität - und die deutschen Hersteller stehen der Sache eindeutig nicht positiv gegenüber", heißt es in Gewerkschaftskreisen.

Die IG Metall hat sich deshalb auf die Fahnen geschrieben, den Vorstoß der UAW zu unterstützen - schon aus Eigeninteresse, wie IG-Metal-Justiziar Thomas Klebe sagt. Die Deutschen wollen zum Beispiel bei Standort- und Produktentscheidungen gewerkschaftliche Kooperationspartner haben. "Auf der Beschäftigtenseite brauchen wir die gleichen globalen Netzwerke wie auf Unternehmensseite", sagte Klebe. Große Hoffnungen verbinden die Gewerkschafter deshalb mit dem VW-Werk im Bundesstaat Tennessee. "Bei VW ist die Mitbestimmungskultur noch ausgeprägter als anderswo", sagt ein IG Metaller. "Deshalb sind unsere Erwartungen dort auch noch etwas größer."

  • 13.01.2011, 07:47 UhrAnonymer Benutzer: Michael Kraus

    Den ewigen Meckerfritzen sei ins Stammbuch geschrieben: bei aller - vielleicht im Einzelfall auch berechtigter - Kritik an den deutschen Gewerkschaften sollte man sich die Arbeitsverhältnisse in gewerkschaftsfreien branchen anschauen. Dort ist die Kacke richtig am Dampfen. ist das vielleicht besser?

    Und für politische Entscheidungen der Regierung sind immer noch die Wählerinnen und Wähler mindestens genauso verantwortlich wie gesellschaftliche Akteure (zum beispiel Gewerkschaften). Wir sind kein "Welterlösungsverein", der für alles verantwortlich gemacht werden kann. :o)

    Mal anders gefragt: Was haben die Kritikerinnen und Kritiker der Gewerkschaften bisher zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensverhältnisse beigetragen? Seid ihr wenigstens selbst in der Gewerkschaft organisiert, oder nur Meckerer von außen? Gewerkschaft sind wir alle, wenn wir uns organisieren.

  • 13.01.2011, 07:46 UhrAnonymer Benutzer: Michael Kraus

    Den ewigen Meckerfritzen sei ins Stammbuch geschrieben: bei aller - vielleicht im Einzelfall auch berechtigter - Kritik an den deutschen Gewerkschaften sollte man sich die Arbeitsverhältnisse in gewerkschaftsfreien branchen anschauen. Dort ist die Kacke richtig am Dampfen. ist das vielleicht besser?

    Und für politische Entscheidungen der Regierung sind immer noch die Wählerinnen und Wähler mindestens genauso verantwortlich wie gesellschaftliche Akteure (zum beispiel Gewerkschaften). Wir sind kein "Welterlösungsverein", der für alles verantwortlich gemacht werden kann. :o)

    Mal anders gefragt: Was haben die Kritikerinnen und Kritiker der Gewerkschaften bisher zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensverhältnisse beigetragen? Seid ihr wenigstens selbst in der Gewerkschaft organisiert, oder nur Meckerer von außen? Gewerkschaft sind wir alle, wenn wir uns organisieren.

  • 11.01.2011, 17:54 UhrAnonymer Benutzer: Margrit Steer

    Unsere Gewerkschaften sollten sich lieber mal um die Probleme in unsrem Land kümmern.
    Das tun sie nämlich schon lange nicht mehr
    Unsere Gewerkschafen sind Teil der Politik geworden und auch nur an Posten interessiert

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