Autobranche
US-Regierung prüft Einstieg bei GM

Die US-Regierung fasst im Rahmen der sich anbahnenden Insolvenz von General Motors (GM) eine direkte Beteiligung am Autobauer ins Auge. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg erwägt die Regierung von Präsident Barack Obama, einen Teil der bereits gewährten Milliardenkredite an den Autobauer in eine Beteiligung umzuwandeln, um die Schuldenlast des Unternehmens etwas zu verringern.

FRANKFURT.Die Beteiligung des Staates soll aber in jedem Fall nur vorübergehend sein.Die deutsche GM-Tochter Opel treibt gleichzeitig ihre Bemühungen um eine Abkoppelung vom Mutterkonzern mit Hilfe eines neuen Investors weiter voran. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz erwartet bereits in den nächsten Wochen erste Sondierungsgespräche.

Mit einem Staatseinstieg würde Obama in der US-Autoindustrie an eines der letzten Tabus rütteln. Schon der massive Einstieg der Regierung in die Finanzbranche bis hin zur kompletten oder teilweisen Verstaatlichung einzelner Institute hatte in den USA eine hitzige Diskussion ausgelöst. Als Chrysler 1979 drohte zusammenzubrechen, hatte der damalige Präsident Jimmy Carter Chrysler Kreditgarantien in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar gewährt, eine Beteiligung aber abgelehnt.

Das Autoteam um Obama denkt nun offenbar auch das bisher Undenkbare. Die geringe Börsenkapitalisierung des maroden größten US-Herstellers bedingt, dass die Regierung zum mit Abstand größten Aktionär würde: GM hat bislang von der US-Regierung 13,4 Mrd. Dollar Kredite erhalten; an der Börse ist der Autohersteller nur noch gut eine Milliarde Dollar wert. GM und das US-Finanzministerium lehnten eine Stellungnahme ab. Die GM-Aktie stürzte gestern weiter ab. Ein Insolvenzverfahren würden die Papiere so gut wie wertlos machen.

Die Regierung will sich den Plänen zufolge jedoch nur an einem verkleinerten GM-Konzern beteiligen, der die überlebensfähigen Teile des Autobauers enthält. Dies würde den Anteil der privaten Gläubiger am neuen Konzern verringern und damit deren Ansprüche von rund 28 Mrd. Dollar an das Unternehmen minimieren. In der US-Regierung wird laut US-Medien ein "chirurgischer Bankrott" erwogen, bei dem GM in einen "guten" und einen "schlechten" Teil aufgespalten wird.

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