Autobranche
VDA ruft Trendwende beim Autoabsatz aus

Nur Verschrottungsprämien für ihre Altautos können die Verbraucher in Westeuropa offenbar noch zum Kauf von Neuwagen locken. Deutschland und Österreich, wo es diese staatlichen Kaufanreize gibt, waren im April die einzigen Länder, in denen die Verkaufszahlen zulegten. Dennoch sieht der Autoverband VDA die Trendwende gekommen.

HB FRANKFURT. Europaweit wurden im April mit 1,25 Mio. 12,3 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als im Vorjahr, wie aus den am Donnerstag vom europäischen Herstellerverband ACEA vorgelegten Zahlen hervorgeht. Die Verkaufszahlen sinken seit zwölf Monaten.

Seit Jahresbeginn hinkt der Absatz mit 4,69 Mio. Pkw fast 16 Prozent hinter dem Niveau von 2008 her. Deutschland ist in diesem Jahr bisher das einzige Land mit einem Zuwachs (18,4 Prozent). Im April waren es noch einmal 19 Prozent, in Österreich lag der Zuwachs bei 13 Prozent. In Osteuropa gingen die Verkaufszahlen sogar um 21 Prozent zurück, wobei Tschechien und die Slowakei allerdings deutlich positive Vorzeichen zeigten.

Frankreich und Italien, wo der Staat schon länger den Automarkt stützt, hielten sich zwar besser als der Durchschnitt, auch dort kauften aber weniger Menschen neue Autos als vor einem Jahr.

Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht in den Zahlen erste Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend weltweit gestoppt sein könnte. Mut machen den deutschen Herstellern auch die neu eingeführten Abwrackprämien in Großbritannien (ab Mitte Mai) und in Spanien (ab Juli). Dort war der Absatz im April um 24 und um 46 Prozent eingebrochen.

Unter den großen Autoherstellern konnte einzig der italienische Fiat-Konzern mit einem Absatzplus glänzen. Die deutschen Hersteller mussten im Vergleich zum April des Vorjahres hingegen zum Teil kräftige Rückgänge verkraften, wie aus der am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Mitteilung des Verbandes der europäischen Automobilhersteller (ACEA) hervorgeht. Die Italiener steigerten den Verkauf mit den Marken Fiat, Lancia und Alfa Romeo um 4,7 Prozent auf 121 671 Stück und erhöhten damit ihren Marktanteil kräftig von 8,1 auf 9,7 Prozent.

Volkswagen musste zwar ein Absatzminus hinnehmen, hielt sich unter den deutschen Herstellern aber noch am besten. Die Wolfsburger mit der Kernmarke VW und den Töchtern Audi, Seat und Skoda sowie ihren Luxuswagenmarken verkauften mit 284 607 Fahrzeugen 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch stieg der Marktanteil von 20,8 auf 22,7 Prozent. Bei Daimler brach der Absatz hingegen um 26,3 Prozent auf 60 214 Stück ein (Marktanteil 4,8 nach 5,7 Prozent). BMW musste sogar ein Minus von 31,2 Prozent auf 55 633 Wagen hinnehmen (Anteil 4,4 nach 5,7 Prozent).

Unter den US-Herstellern konnte sich Ford (minus 6,3 Prozent auf 125 033) deutlich besser halten als General Motors (GM) mit der deutschen Tochter Opel (insgesamt minus 13,1 Prozent auf 117 921). Während der Marktanteil von Ford von 9,3 auf 10,0 Prozent wuchs, ging er bei GM leicht von 9,5 auf 9,4 Prozent zurück. Der japanische Autobauer Toyota erlitt einen Absatzeinbruch von 22,4 Prozent auf 57 774 Fahrzeuge. Sein Marktanteil sank von 5,2 auf 4,6 Prozent.

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