Autobranche
Verschrottungsprämie sorgt für Absatzschub

Die Verschrottungsprämie für ältere Autos sorgt bei immer mehr Herstellern für einen Nachfrageschub und mehr Beschäftigung in den kaum ausgelasteten Werken. Die Aufträge bei Seat und Ford schnellen in die Höhe.

HB DÜSSELDORF. Die Verschrottungsprämie für ältere Autos sorgt bei immer mehr Herstellern für einen Nachfrageschub und mehr Beschäftigung in den kaum ausgelasteten Werken. Die spanische VW-Tochter Seat teilte am Dienstag mit, die im Stammwerk in Martorell angekündigte Kurzarbeit wegen der gestiegenen Nachfrage um zwei Tage zu verringern. Auch Ford Deutschland berichtete gestern von einem Auftragsboom infolge der Abwrackprämie von einem Auftragsboom.

In der zweiten Januar-Hälfte habe sich der Auftragseingang für die Kleinwagen-Modelle Fiesta, Ka und Fusion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf rund 10 000 Stück vervierfacht, sagte Jürgen Stackmann, Geschäftsführer der Ford-Werke, der Nachrichtenagentur dpa. "Das Konjunkturpaket II greift bei Ford sehr positiv. Es herrscht fast Goldgräberstimmung."

Nach Angaben von Seat liegt die Zahl der Aufträge aus Deutschland für das Modell Ibiza aktuell viermal über den Erwartungen. "Die Verschrottungsprämie in Deutschland ist die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt", sagte Seat-Chef Erich Schmitt. Deshalb könne die für März angekündigte Kurzarbeit in der Produktion des Kleinwagens um zwei Tage verringert werden. Seat hatte wegen des Verkaufsrückgangs bis Ende Juni für insgesamt 29 Tage Kurzarbeit angekündigt, elf davon im März. Deutschland ist größter Exportmarkt des Unternehmens.

Die Rüsselsheimer GM-Tochter Opel hatte bereits vergangene Woche angekündigt, wegen der stark gestiegenen Nachfrage nach ihren Kleinwagenmodellen Kurzarbeit in den Werken in Eisenach und im spanischen Zaragossa zu reduzieren. Auch andere Hersteller profitieren von der Abwrackprämie.

Angesichts des Kundenansturms auf die Autohäuser fordern die Händler eine Garantie für die Abwrackprämie bis Jahresmitte. "Es geht darum, den Kunden die Unsicherheit zu nehmen", sagte der Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Helmut Blümer. Der Verband führe bereits entsprechende Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium und hoffe auf eine baldige Einigung.

2008 waren die Neuzulassungen auf dem größten europäischen Automobilmarkt um zwei Prozent auf 3,09 Millionen Einheiten geschrumpft. Für dieses Jahr hat der Branchenverband VDA 2,9 Millionen Verkäufe als Ziel ausgegeben.

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