Autobranche
VW-Abschluss setzt Opel unter Druck

Die Rosskur bei Volkswagen erhöht den Druck auf die Konkurrenz. Der Kompromiss über eine Arbeitszeitverlängerung lässt nach Berechnungen des Unternehmens den Kostennachteil der Wolfsburger gegenüber der Konkurrenz schmelzen und setzt damit Wettbewerber wie Opel stärker unter Zugzwang.

hz PARIS. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen dringt GM-Europachef Carl-Peter Forster bereits im Rahmen des laufenden Auswahlverfahrens für die Standorte der Fertigung des nächsten Golf-Konkurrenten Astra auf eine unbezahlte Arbeitszeitverlängerung von 35 auf 38 Wochenstunden in den betroffenen GM-Werken. Forster will sich für die Verhandlungen jedoch Zeit lassen. Er stellte am Rande des Pariser Autosalons eine Entscheidung im Standortwettbewerb um den nächsten Opel Astra später als erwartet in Aussicht. „Das Thema wird spruchreif in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres“, sagte Forster. „Wir wollen das so spät wie möglich entscheiden, um bessere Planungssicherheit zu haben.“ Ursprünglich hatte es intern geheißen, eine Entscheidung über die nächsten Standorte des wichtigsten GM-Modells in Europa werde im Frühjahr 2007 getroffen. Ein GM-Sprecher betonte, dass das Unternehmen bisher stets von einer Entscheidung im Jahr 2007 gesprochen habe.

Der Zeitplan für den Wettbewerb um die Fertigung des Astra scheint aus dem Tritt geraten, weil auch Wochen nach Ende der Bewerbungsfrist wegen des Widerstands der Betriebsräte noch keine Unterlagen der betroffenen Standorte vorliegen. Wenn sich das Management nicht auf Verhandlungen über einen neuen Rahmenvertrag einlasse, der Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland über 2010 hinaus ausschließt, werde es auch bis Mitte Oktober noch kein Angebot geben, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz dem Handelsblatt.

„Unsere Branche kann es sich schlicht nicht leisten, die kontinuierliche Verbesserung der Produktivität in den westeuropäischen Werken zu stoppen", hatte Forster die Marschroute für die nächsten Jahre bereits vorgegeben. Der frühere Opel-Chef möchte den Abstand zu VW halten. Der defizitäre US-Autokonzern rechnet laut Unternehmenskreisen beim nächsten Astra, der 2009 auf den Markt kommt, mit deutlichen Produktivitätsfortschritten von durchschnittlich gut 20 Prozent – was rechnerisch tausende von Arbeitsplätzen in den bisherigen Astra-Werken überflüssig machen würde. Der Astra werde spätestens 2008 weiter unter Druck geraten, wenn VW wie geplant mit seinem neuen Golf ins Rennen geht, warnte bereits Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

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