Autobranche
VW Porsche könnte „Auto Union“ heißen

Zweifellos gibt es sehr viele Probleme zu lösen bei der Übernahme von Porsche durch VW. Dass die Namensfrage noch klärungsbedürftig ist, damit haben wohl nur die wenigsten gerechnet. Nun hat VW-Chef Winterkorn selbst einen neuen Titel ins Spiel gebracht.

HB BERLIN. Ein neuer Automobilkonzern aus Volkswagen und Porsche könnte laut VW-Vorstandschef Martin Winterkorn „Auto Union“ heißen. In einem Interview der „Bild“-Zeitung sagte Winterkorn: „Es gibt einige Überlegungen wie etwa Auto-Union, aber noch keine Entscheidung.“ Der Vorstandschef betonte, er würde gerne weiterhin an der Spitze von Europas größtem Autokonzern stehen. Das sei aber eine Entscheidung des Aufsichtsrats.

Winterkorn sagte, dass der neue Automobilkonzern Toyota an der Weltspitze ablösen wolle. „Mit Porsche bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass wir alle Möglichkeiten und alle Kraft haben, die neue Nummer 1 der Welt zu werden“, sagte er dem Blatt. Zunächst aber stünden schwierige Verhandlungen bei der geplanten Übernahme des Porsche-Konzerns bevor. „Es stimmt, dass vor uns noch ein steiniger Weg liegt. Dafür sind noch zu viele sachlich schwierige Themen zu klären“, sagte Winterkorn. Die angestrebte Grundsatzvereinbarung könne aber bis zum 13. August erreicht werden. „Die Übernahme wird nicht einfach, aber wir werden ein Ergebnis erzielen.“ Der neue Konzern solle bis Mitte 2011 stehen. „Ich persönlich hoffe, dass wir es früher schaffen“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Winterkorn betonte, dass es bei der Übernahme keine Stellenstreichungen geben werde und Porsche weiterhin eigenständig bleibe: „Die Arbeitsplätze sind sicher. Ein Jobabbau wird nicht Bestandteil der Übernahme sein. Porsche wird neue Autos entwickeln, wachsen und eher neue Arbeitsplätze schaffen.“ Unter einem neu formierten Konzerndach werde Porsche eine eigenständige Marke bleiben, eigene Autos entwickeln, bauen und vertreiben, eine eigene Zentrale sowie Werke haben. „Porsche ist ein Mythos, eine faszinierende Marke für Autofans auf der ganzen Welt und hat eine tolle Mannschaft! Genau das wollen wir erhalten“, sagte er dem Blatt.

Der Betriebsrat der Porsche Automobil Holding SE will einem anderen Zeitungsbericht zufolge das VW-Gesetz in vollem Umfang auch auf den Stuttgarter Sportwagenhersteller ausweiten. „Das VW-Gesetz soll auf alle Standorte des Konzerns angewandt werden - also künftig auch auf die Standorte der Porsche AG“, zitiert die „Stuttgarter Zeitung“ aus einer Resolution, die der Betriebsrat der Porsche Holding einstimmig beschlossen hat. Damit könnten wie bei VW keine Entscheidungen zur Wahl eines Standorts für ein neues Werk oder zur Schließung einer Fabrik gegen den Willen der Belegschaft getroffen werden. Bei VW ist für solche Entscheidungen eine Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsrat erforderlich.

Die Ausweitung des VW-Gesetzes auf Porsche soll nach den Vorstellungen des Betriebsrats in der Grundlagenvereinbarung verankert werden, mit der die Zusammenführung von Porsche und Volkswagen vorbereitet werden soll, wie die Zeitung weiter berichtete. Der Aufsichtsrat der Porsche Holding werde sich in seiner Sitzung am Mittwoch mit diesem Thema beschäftigen.

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