Industrie

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Autobranche: VW und Daimler schneiden bei Rückrufen in den USA gut ab

exklusivDie deutschen Autobauer müssen in den USA am wenigsten Fahrzeuge zurückrufen. Volkswagen und Daimler erringen Spitzenplätze. Besonders die Bordelektronik bereitet Probleme. Ein deutscher Hersteller fällt aber zurück.

Daimler-Chef Zetsche präsentiert in Detroit die Modellpalette. Quelle: dpa
Daimler-Chef Zetsche präsentiert in Detroit die Modellpalette. Quelle: dpa

HamburgDie deutschen Autobauer Volkswagen und Daimler mussten 2012 im Schlüsselmarkt USA im Vergleich zum Absatz die wenigsten Fahrzeuge zurückrufen. Am besten schnitten VW, Daimler und Land Rover ab, gefolgt von Nissan und Volvo. Die meisten Rückrufe verbuchten Suzuki, Subaru, Toyota, Honda und BMW. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Studie des Center of Automotive Management (CAM) hervor, die dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vorliegt.

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Im Jahr 2012 mussten die Hersteller demnach in den USA insgesamt 15,6 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten rufen – das waren gut 1,1 Millionen mehr als 2011. Da der Autoabsatz in den USA aber parallel deutlich stieg, sank die Rückrufquote um fünf Prozentpunkte auf 108 Prozent: Die Hersteller mussten also acht Prozent mehr Autos aus dem Fahrzeugbestand zurückrufen, als sie 2012 in den USA verkaufen konnten.

Größte Autohersteller in den USA

  • Platz 10

    BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

  • Platz 9

    Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

  • Platz 8

    Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

    Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

  • Platz 7

    Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

    Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

  • Platz 6

    Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

  • Platz 5

    Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

  • Platz 4

    Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

  • Platz 3

    Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

  • Platz 2

    Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

  • Platz 1

    General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

  • Methodik

    Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

„Die Rückrufe blieben 2012 auf sehr hohem Niveau“, sagte CAM-Chef Stefan Bratzel. „Das ist besonders bei den Japanern eine Folge des schnellen Wachstums der vergangenen Jahre. Inzwischen haben die meisten Hersteller ihre Prozesse angepasst.“

Auffällig ist: Fast jeder zweite Rückruf (47 Prozent) ging auf ein Problem mit der Fahrzeugelektrik zurück. Bratzel: „Immer mehr Elektronik zieht ins Auto ein, damit steigt das Risiko.“ Im Fall von BMW war das Problem schlicht: Das Batteriekabel war mangelhaft befestigt.

  • 21.02.2013, 11:44 UhrTino80

    Zumindest haben auch die deutschen Hersteller endlich verstanden, dass man auf den Zukunftsmarkt USA achten muss, abgesehen von China natürlich. Aber vor allem die Amerikaner lechzen nach guten, hochwertigen Autos, dann sollte man diesen Bedarf doch auch mit guter Elektronik von deutschen Zulieferern befriedigen!

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