Autobranche
VW und Toyota senken Daumen für 2010

Die beiden größten Autohersteller der Welt blicken sorgenvoll ins nächste Jahr. Grund: Die Autokrise ist trotz aller Abwrackprämien noch lange nicht vorbei. Und eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht. Toyota fordert deswegen, dass die staatlichen Absatzhilfen nicht abrupt beendet werden dürfen. Die Hoffnungen von BMW erhalten einen dicken Dämpfer. Aber Audi kann das nicht schrecken.

HB FRANKFURT. Volkswagen erwartet keine rasche Erholung der weltweiten Automobilnachfrage. "Wir glauben trotz des ein oder anderen positiven Signals, dass wir nicht mit einer schnellen Erholung rechnen können", sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch der Nachrichtenagentur Reuters im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. "2010 wird ein schwieriges Jahr." Absatzzahlen wie vor der Autokrise würden vermutlich erst nach dem Jahr 2012 oder 2013 wieder erreicht.

"2009 werden wir mit 3,5 Millionen und einem Schnaps mehr rauskommen", sagte Pötsch mit Blick auf den deutschen Markt. Für 2010 sei in Deutschland ein Absatz von 2,7 bis 2,8 Millionen Autos zu erwarten. Während der europäische Markt 2010 um rund fünf Prozent schrumpfen könnte, sei ein hohes prozentual einstelliges Wachstum in China möglich.

Den Wolfsburger Konzern sieht Pötsch weiter gut aufgestellt, besser abzuschneiden als die Konkurrenz. Nachdem Volkswagen im ersten Quartal die Produktion mithilfe von Kurzarbeit drastisch zurückgefahren und Lagerbestände abgebaut habe, seien keine weiteren Schritte mehr nötig. Volkswagen werde 2009 mit Gewinn abschließen, bekräftigte Pötsch. Der Gewinn werde aber nicht vergleichbar mit den Gewinnen vergangener Jahre sein. Auch für 2010 kündigte Pötsch schwarze Zahlen an.

Der Autobauer Audi hält unverändert an seinen Absatzzielen fest. "Wir gehen für das Gesamtjahr 2009 weiterhin von einem Volumenrückgang von rund zehn Prozent auf etwa 900 000 Autos aus", sagte Unternehmenschef Rupert Stadler der "Börsen-Zeitung". In den ersten acht Monaten des Jahres waren die Verkäufe um 7,5 Prozent zusammengeschmolzen. Damit hat sich die VW-Tochter in der Wirtschaftskrise aber noch besser gehalten als die meisten Wettbewerber. "Für 2009 werden wir ein solides Ergebnis erwirtschaften."

Dass es mit dem Auslaufen der Abwrackprämie in Deutschland doch noch einen Einbruch am Jahresende gibt, glaubt Stadler nicht. "Wir merken, wie sich ein Boden bildet, und in einzelnen Märkten kommen wir jetzt Stück für Stück aus diesem Tal heraus." Audi hatte vor allem mit seinem Einstiegsmodell A3 und den kleineren Varianten des Mittelklasse-Autos A4 von der staatlichen Hilfe profitiert. "In einigen Exportmärkten sehen wir, dass die Nachfrage sogar wieder leicht steigt", ergänzte Stadler. "Wir haben alle das Gefühl, dass die Konjunktur die Talsohle erreicht hat."

Seite 1:

VW und Toyota senken Daumen für 2010

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%