Autobranche
VW & Porsche: Der lange Weg zum neuen Autogiganten

Der Weg zum fusionierten Autokonzern VW/Porsche ist noch mit vielen Hürden versehen. Wichtige Fragen wie Firmensitz, Konzernführung, Höhe der Beteiligungen und Erhalt der Sperrminorität von Niedersachsen sind zu klären. Sollte sich das Land querstellen droht Stillstand.

STUTTGART. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch haben sich zwar darauf geeinigt, ihren Sportwagenhersteller in einen integrierten Autokonzern einzubringen. Am Ende des Prozesses werden beide Familien ihre vollständige Kontrolle von Porsche gegen eine Beteiligung am VW-Konzern eingetauscht haben. Ziel der Familie ist es nach Angaben aus Porsche-Kreisen jedoch, zumindest eine Hauptversammlungsmehrheit an dem neuen Konzern zu behalten. Um dieses Ziel auch sicher zu erreichen, wollen die Eigentümerfamilien den Sportwagenbauer mit einer Kapitalerhöhung gestärkt in die Verhandlungen schicken.

Das gesamte Verfahren ist kompliziert und wird wohl nur in Gang gesetzt, wenn die Arbeitsgruppe aus Porsche- und VW-Vorstand, Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen sich wirklich in vier Wochen auf ein Konzept einigen kann. Wichtige Fragen wie Firmensitz, Konzernführung, Höhe der Beteiligungen und Erhalt der Sperrminorität von Niedersachsen sind zu klären. Erst wenn die Regierung in Hannover und die Familie zustimmen, beginnt ein Abstimmungsmarathon. Sollte sich allein Niedersachsen querstellen, ist der ganze Prozess gelähmt, weil es mit seiner Sperrminorität bei VW die Fusion blockieren kann.

Zunächst müsste aber die Porsche SE eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um die Kapitalerhöhung zu beschließen. Im Gespräch ist eine Geldspritze von fünf Mrd. Euro. Diese müsste je zur Hälfte von den Familienaktionären und den Vorzugsaktionären gestemmt werden. Die Vorzugsaktionäre können aber zur Zeichnung nicht gezwungen werden. Sollte die Kapitalerhöhung problemlos durchgehen, könnte danach die von der Arbeitsgruppe beschlossene neue Struktur des Konzerns umgesetzt werden – wie auch immer sie aussehen mag.

Dafür müsste erneut eine außerordentliche Hauptversammlung bei Porsche abgehalten werden, diesmal zur Fusion. Parallel dazu müsste dann noch eine außerordentliche Hauptversammlung von VW, bei der Niedersachsen über eine Sperrminorität verfügt, der Fusion mit Porsche zustimmen. Der ganze Prozess kann nach Einschätzung von Beobachtern gut ein bis zwei Jahre dauern, da viele rechtliche Fragen zu klären seien.

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