Autobranche
VW will in Amerika raus aus der Nische

Das Duell zwischen Toyota und Volkswagen um die Weltmarktführung im Automarkt gewinnt an Schärfe. Während die Nummer eins aus Japan vom Absatzeinbruch gerade in den USA kalt erwischt wurde, gehen die Vorbereitungen des deutschen Rivalen zur Expansion in die heiße Phase.

CHATTANOOGA. VW steckt mitten im Bau des US-Werks in Chattanooga, Tennessee, und investiert dort von der Krise unbeirrt rund eine Mrd. Dollar. "Die Märkte werden wieder zurückkommen, und wir bereiten uns darauf vor", sagte US-Chef Stefan Jacoby in einem Interview mit dem Handelsblatt.

2011 soll am Tennessee River eine auf den US-Markt zugeschnittene VW-Limousine nach dem Vorbild des Passat vom Band rollen, die insbesondere gegen die japanischen Bestseller Toyota Camry und Honda Accord antritt. Bis dahin haben Bauarbeiter und Kräne, Werbestrategen und Personalmanager noch viel Arbeit.

Aus einem Pool von bis zu 100 000 erwarteten Bewerbungen werden in den nächsten Wochen und Monaten 2 000 VW-Mitarbeiter für den Anlauf der Produktion gesucht. Eine neue Werbeagentur ist verpflichtet, um die Aufholjagd öffentlich zu flankieren: "Wir müssen daran arbeiten, dass wir auf die Einkaufsliste der Amerikaner kommen", sagte Jacoby. Verbraucherumfragen zeigten zwar, dass VW ein gutes Image in Nordamerika habe.

Mit seinem Minimarktanteil von zwei Prozent werde der deutsche Hersteller aber noch zu selten wahrgenommen.Die Akzeptanzprobleme sind Spätschäden eines folgenschweren Rückzugs vom US-Markt vor 22 Jahren. Nachdem VW seine Produktion im Bundesstaat Pennsylvania aufgegeben hatte, nutzten insbesondere Toyota und Honda den Freiraum im Kleinwagen-Segment, um sich im wichtigsten Automarkt der Welt festzusetzen.

Kindische Werbung belastet Image

Für Millionen von Amerikaner ist der VW Käfer ("Beetle"), einst Teil der US-Popkultur in den 60er- und 70er-Jahren, bis heute präsenter als die Marke VW selbst. Zwar habe die jüngste Werbekampagne mit einem sprechenden VW Käfer, Baujahr 1964, der mit Schönheitskönigin Heidi Klum flirtet, die Aufmerksamkeit der Marke erhöht, wie Jacoby betonte. Die Ende Oktober verpflichtete Agentur Deutsch aus Los Angeles solle VW aber zu einem "erwachseneren Auftritt" verhelfen. Schließlich will der Konzern sein Nischen-Image ablegen und dem US-Konsumenten bis 2011 eine runde Modellpalette anbieten, vom Jetta-Nachfolger über die neue Mittelklasse-Limousine (Projektname "New Midsize Sedan") bis hin zu Geländewagen und Minivans.

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