Autobranche
Wulff wirbt in Japan für Kooperation VW-Toyota

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) wirbt für eine verstärkte Zusammenarbeit von Europas größtem Autohersteller Volkswagen mit Toyota, dem weltgrößten Autobauer. Bei seinem Treffen mit Toyota-Präsident Katsuaki Watanabe am Mittwoch will Wulff unter anderem über Vorschläge für eine Kooperation der beiden Rivalen in ausgesuchten Technologiebereichen sprechen.

OSAKA/FRANKFURT. "Beide Autohersteller könnten zum Beispiel gemeinsam das bordeigene Notrufsystem entwickeln, das die EU fordert und in den nächsten Jahren in allen Autos eingebaut sein muss", sagte Wulff dem Handelsblatt. Sowohl Autos von Volkswagen als auch Toyota müssten in Europa künftig über ein derartiges Notrufsystem verfügen. "Daher wäre es sinnvoll, wenn beide Unternehmen bei der Entwicklung zusammenarbeiten", sagte Wulff, der als niedersächsischer Ministerpräsident dem Aufsichtsrat der Volkswagen AG angehört.

Niedersachsens Regierungschef verwies auf gelungene Beispiele deutsch-japanischer Zusammenarbeit beim Autobau. So arbeite VW bei der Entwicklung von Batterien und Navigationssystemen erfolgreich mit japanischen Firmen zusammen.

Die beiden Rivalen Toyota und VW haben bereits in der Vergangenheit kooperiert, etwa beim Bau von kleinen Lieferwagen in den 90er-Jahren, diese Zusammenarbeit aber nie auf eine dauerhafte Basis gestellt. Eine enge Kooperation zwischen VW und Toyota käme einem Strategiewechsel in Wolfsburg gleich, dessen Management bisher in Sachen Toyota auf Angriff setzt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass beide Firmen heute noch auf sensitiven Bereichen zusammenarbeiten", sagte Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Ein Sprecher des VW-Mehrheitseigentümers Porsche wollte sich zu dem Vorstoß von Porsche nicht äußern. In Unternehmenskreisen wurde eine technische Kooperation zwischen Toyota und VW allerdings angesichts der direkten Konkurrenz zwischen den Autobauern als wenig wahrscheinlich angesehen.

Wulff warnte Japan davor, in der Wirtschaftskrise auf Protektionismus zu setzen. Mit der Abwrackprämie, von der gerade auch die japanischen Hersteller von Kleinwagen profitierten, zeige Deutschland, wie wichtig ihm der freie Welthandel sei. Japan und Deutschland sollten sich gemeinsam gegen Protektionismus stellen, so Wulff. Bei seiner Reise in Japan er mit Unternehmern, Außenminister Hirofumi Nakasone und dem Gouverneur der japanischen Zentralbank, Masaaki Shirakawa, zusammen. Bei seinem Gespräch mit Toyota-Präsident Watanabe will Wulff auch für die Ansiedlung eines Toyota-Werkes in Niedersachsen werben. Grünes Licht gibt es weiterhin für die Zusammenarbeit von VW und Sanyo beim Bau von Batterien für Hybrid-Autos. "Der Zusammenschluss von Sanyo und Panasonic tangiert die Zusammenarbeit mit VW nicht", sagte Wulff nach einem Gespräch mit Masato Ito, dem Vize-Präsidenten von Sanyo in Matsushige.

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