Autobranche
ZF macht der Branche Mut

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen sieht nach dem Katastrophenjahr 2009 wieder Licht. Wie der Rest der Branche verschiebt ZF seine Gewichte nach Asien - und macht der Branche wieder Mut.
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MÜNCHEN. Der Getriebe- und Antriebsspezialist ZF Friedrichshafen blickt wieder zuversichtlich nach vorne. Nach einem Umsatzeinbruch von 25 Prozent im ablaufenden Geschäftsjahr 2009 will der Autozulieferer im kommenden Jahr wieder kräftig zulegen. "Das ZF-Wachstum wird im nächsten Jahr über dem erwarteten Wachstum der Branche liegen", sagte Konzernchef Hans-Georg Härter in Stuttgart.

Der Einbruch im Krisenjahr 2009 ist hart: Statt 12,5 Mrd. Euro wie im Vorjahr wird ZF nur 9,3 Mrd. Euro erlösen. Nach einem Gewinn von 434 Mio. Euro 2008 rechnet Konzernchef Härter in diesem Jahr mit einem Verlust von 300 bis 400 Mio. Euro. Damit fährt Deutschlands drittgrößter Automobilzulieferer derzeit deutlich besser als der Konzern vor einigen Monaten angenommen hat - noch im Sommer ging Härter von einem Verlust von 500 Mio. Euro aus.

Die Wende hat längst eingesetzt. So habe ZF im vierten Quartal wieder schwarze Zahlen geschrieben, sagte Härter. Auch für das kommende Jahr sei er zuversichtlich. "Unser Ergebnisziel für 2010 ist die Gewinnschwelle im operativen Geschäft." ZF will im kommenden Jahr wieder mehr als zehn Mrd. Euro erlösen - dank neuer Projekte, die der Konzern jüngst gewonnen habe. Derzeit gingen im Monat wieder Aufträge in Höhe von rund einer Mrd. Euro ein.

Das Friedrichshafener Traditionsunternehmen beurteilt damit die Lage ähnlich wie Marktführer Bosch. Auch Bosch-Chef Franz Fehrenbach geht in diesem Jahr von einem "deutlich negativen Ergebnis aus" und rechnet in der Autosparte mit einem Umsatzeinbruch von zwanzig Prozent. Mittelfristig sehen Bosch und ZF aber Chancen für neues Wachstum, auch wenn der deutsche Markt 2010 nach dem Auslaufen der Abwrackprämie kräftig einbrechen dürfte. "Wir wachsen überall, nur nicht in Deutschland", charakterisierte ZF-Chef Härter die aktuelle Situation.

Die großen deutschen Zulieferer wie Bosch, ZF oder Schaeffler/Conti profitieren nach Ansicht von Experten von ihrer globalen Ausrichtung und der Expansion der deutschen Autohersteller. So sieht die Mittelstandsbank IKB in ihrer jüngsten Studie die deutsche Autoindustrie weltweit als einen Gewinner der Krise. In den USA nutzen Daimler, BMW und Volkswagen die Schwäche amerikanischen Hersteller und erweitern ihre Werke. Rund um die Standorte entstehen Zuliefererparks, die vor allem mit deutschen Zulieferkonzernen besetzt sind. ZF produziert aber auch für Chrysler: Im kommenden Jahr übernehmen die Deutschen ein Werk von dem amerikanischen Autobauer.

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