Autobranche
Zu Guttenberg: Kein Zeitdruck bei Opel

Nach einem aufregenden Tag im Gezerre um Opel ist die Zukunft des Autobauers weiter ungewiss. Während die deutsche Seite über die Absichten des Mutterkonzerns General Motors rätselt, will sich angeblich GM-Vize John Smith heute mit Magna-Vertretern treffen. Die Bundesregierung ist inzwischen angeblich von ihrem harten Standpunkt abgerückt.

HB DÜSSELDORF. Die Opel-Zukunft bleibt ungewiss: Die Hoffnung auf eine rasche Entscheidung über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers hat sich zerschlagen. Gleichzeitig versetzen Spekulationen, dass der US-Konzern General Motors (GM) Opel nicht mehr verkaufen will, Betriebsräte und Gewerkschaften in Alarmstimmung.

„Wir kennen die Pläne von GM. Die sagen klipp und klar: Schließung der Werke von Antwerpen, Bochum und Verkauf des Eisenacher Werks“, sagte Opel-Betriebsratschef Klaus Franz der „Berliner Zeitung“. „Und wenn das nicht verkauft werden kann, soll es geschlossen werden.“ Die Belegschaft wolle mit allen Mitteln dagegen vorgehen.

GM-Vize John Smith will sich nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa an diesem Mittwoch mit Magna-Managern zu einem Gespräch treffen. An diesem Freitag wollten sich zudem Vertreter von Bund und Ländern erneut mit GM-Managern zusammensetzen, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU). Wahrscheinlich werde Smith dabei sein.

Ob noch vor der Bundestagswahl am 27. September ein Ergebnis erzielt werden kann, beurteilten Verhandlungsteilnehmer am Dienstag nach dem Treffen von Bund und Ländern mit GM-Vize Smith skeptisch. In den Verhandlungen gebe es keine Fortschritte, GM spiele auf Zeit, erfuhr dpa. Aus Regierungskreisen hieß es, die GM-Spitze habe noch „erheblichen Informationsbedarf“. Smith habe aber deutlich gemacht, dass „man weiterhin an einer Investorenlösung interessiert sei“.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) lehnte eine übereilte Entscheidung ab. „Wir verhandeln weiter. Substanz geht vor Zeitdruck“, sagte er am Dienstagabend am Rande einer Festveranstaltung in Chemnitz. „Die Mittel sind noch nicht ausgeschöpft, der Zeitdruck ist überschaubar. Wenn wir das an der Bundestagswahl festmachen würden, würden wir zynisch handeln.“ Ein Verbleib von Opel bei GM sei aus seiner Sicht „nicht übermäßig realistisch“, betonte er in den „Tagesthemen“. Er würde das US- Unternehmen nämlich viel Geld kosten.

Nach dpa-Informationen aus Konzernkreisen hält General Motors derzeit grundsätzlich an dem Bieterverfahren fest. „Wir wollen Opel verkaufen“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Der GM-Verwaltungsrat habe das Management aber beauftragt, Alternativen zu einem Opel-Verkauf zu prüfen. Dazu gehöre ein Finanzierungsplan im Volumen von rund drei Milliarden Euro, um Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall wieder auf Trab zu bringen. Das werde aber nur als absolute Notlösung betrachtet, erfuhr dpa aus den Kreisen.

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