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Autobranche: Zulieferer: Das dicke Ende kommt noch

Ein Ende der Zuliefererpleiten in der Automobilindustrie ist nicht in Sicht. In den vergangenen vier Monaten gab es bereits 25 Insolvenzanträge von Zulieferern in Deutschland. Mehr als 300 Unternehmen sind in Europa, Asien und den USA bedroht.

von Mark Schneider und Dieter Fockenbrock
Produktion beim insolventen Autozulieferer TMD Friction: Der Insolvenzverwalter will bereits in den kommenden Wochen einen Investor präsentieren. Quelle: Pressebild
Produktion beim insolventen Autozulieferer TMD Friction: Der Insolvenzverwalter will bereits in den kommenden Wochen einen Investor präsentieren. Quelle: Pressebild

DÜSSELDORF/HAMBURG. Ein Ende der Zuliefererpleiten in der Automobilindustrie ist nicht in Sicht. Mehr als 300 Unternehmen sind in Europa, Asien und den USA von Insolvenz bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Studie der Unternehmensberater von Roland Berger und der Investmentbanker von Rothschild, die dem Handelsblatt vorliegt. Die Autoren der Untersuchung sprechen von "der größten Autokrise aller Zeiten". In den vergangenen vier Monaten gab es bereits 25 Insolvenzanträge von Zulieferern in Deutschland.

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Bei den ersten ist das Verfahren inzwischen eröffnet worden. Zum 1. März etwa über den Leverkusener Bremsbelaghersteller TMD Friction, der mit insgesamt 4 500 Beschäftigten, davon 2000 in Deutschland, vor drei Monaten den Antrag gestellt hatte. Zum Insolvenzverwalter bestellt worden ist Frank Kebekus, der damit rechnet, bereits "in den kommenden Wochen" einen potenziellen Partner präsentieren zu können. Knapp 260 Beschäftige gehen vorerst in eine Auffanggesellschaft.

Etwas schwieriger gestaltet sich offenbar die Investorensuche beim Zulieferer Stankiewicz. Das Amtsgericht Celle hat auch hier das vor drei Monaten beantragte Insolvenzverfahren gerade eröffnet. Das niedersächsische Unternehmen stellt Schallisolierungen für die Autoindustrie her und beschäftigt in Deutschland 1250 Mitarbeiter. Eigentümer waren bisher niederländische Finanzinvestoren, Insolvenzverwalter ist Christopher Seagon. Er werde allerdings nicht vor dem Sommer einen Investoren präsentieren können, heißt es. Stankiewicz geriet in Zahlungsnot. Die Banken drängten daraufhin den hochverschuldeten Zulieferer zu Neuverhandlungen.

"Bis Ende April ist mit weiteren 20 bis 30 Insolvenzfällen zu rechnen", sagte Roland-Berger-Partner Marcus Berret dem Handelsblatt. Sollte das Stoßgebet der Automanager ungehört verhallen und die Konjunktur im zweiten Halbjahr nicht anziehen, kommt es noch dicker. "In einem solchen Fall werden wohl weitere 100 Zulieferer das Jahresende 2009 nicht überleben. Für Europa insgesamt rechne ich mit über 300 Insolvenzen in diesem Jahr", sagt Berret.

Skeptisch in die Zukunft blickt auch Theodor Tutmann, Chef des Wirtschaftsverbandes Stahl- und Metallverarbeitung und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie, die gut 9 000 meist mittelständische Unternehmen vertritt. "Wir müssen aufpassen, dass wir nach der Krise noch die dann notwendigen Kapazitäten haben. Meine Sorge ist, dass in Deutschland zu viel kaputt geht", sagte Tutmann. Asien, Indien und China stünden mit vielen gut ausgebildeten Leuten bereit.

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