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16.06.2007 
Sozialleistungen

Autogewerkschaft macht Zugeständnisse bei Chrysler

Hohe Sozialleistungen belasten den Autobauer Chrysler. Jetzt will die Autogewerkschaft UAW dem Konzern entgegenkommen. Die Leistung werden also wohl sinken. Aber wohl kaum unter das Niveau bei den großen Mitbewerbern.

HB MÜNCHEN. Die Sanierung des kriselnden US-Autobauers Chrysler ist nach einem Bericht des Magazins „Focus“ einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Laut „Focus“ hat die mächtige Autogewerkschaft UAW dem Konzern bei den hohen Sozialleistungen weit reichende Entlastungen zugesichert. Eine entsprechende Vereinbarung hätten UAW-Chef Ron Gettelfinger und Ex-VW-Vorstand Wolfgang Bernhard, der den neuen Chrysler-Eigentümer Cerberus vertritt, vereinbart.

Chrysler soll nach dem Verkauf an Cerberus die gleichen Bedingungen erhalten wie die Konkurrenten General Motors (GM) und Ford, hieß es. Alle US-Autohersteller müssten einen Großteil der Kosten für die medizinische Versorgung ihrer Mitarbeiter und Pensionäre übernehmen. Während sich die Gewerkschaft bei GM und Ford auf Kürzungen eingelassen habe, sei sie bei Chrysler hart geblieben. Hintergrund seien die Milliardengewinne der bisherigen Konzernmutter Daimler-Chrysler gewesen, die das Unternehmen nun mehrheitlich an den Finanzinvestor Cerberus verkauft.

Laut „Focus“ belaufen sich Chryslers Gesamtverpflichtungen für die Gesundheitskosten der Mitarbeiter auf 17 Milliarden Dollar. Nach internen Berechnungen würde sich die Summe um drei Milliarden Dollar reduzieren, wenn Chrysler die gleichen Bedingungen wie die Konkurrenz erhielte. Das Konzernergebnis würde sich dann um einen dreistelligen Millionenbetrag verbessern. Weitere Einsparungen wollen Cerberus- Vertreter Bernhard und Chrysler-Chef Tom LaSorda durchsetzen, wenn im Juli die Verhandlungen der US-Autobauer mit den Gewerkschaften über einen neuen Tarifvertrag beginnen, schreibt das Magazin.

LaSorda und Bernhard haben nach dem „Focus“-Bericht eine Doppelspitze als künftige Machtkonstellation vereinbart. LaSorda soll demnach für das Tagesgeschäft verantwortlich sein und Bernhard als „Berater und Oberaufseher“ fungieren. Als Cerberus-Bevollmächtigter wache er über die Chrysler-Geschäfte. Keine wesentliche Entscheidung werde ohne ihn getroffen.

Laut „Focus“ haben die Cerberus-Experten inzwischen detailliert die Chrysler-Krise analysiert. Demnach wäre das Drama für Daimler-Chrysler vermeidbar gewesen, wenn Chrysler bereits 2005 die Produktion massiv gedrosselt hätte. Mehr als eine halbe Million unverkaufter Fahrzeuge stellten das Werksgelände zu. Doch die Stuttgarter Konzernmutter habe nicht konsequent eingegriffen, hieß es.

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