Autogewerkschaft UAW
Volkswagen will mit US-Gewerkschaft reden

VW will sich offenbar keinen neuen Ärger in den USA einhandeln. Der Autobauer geht deshalb im Streit um die Vertretung von Facharbeitern im VW-Werk Chattanooga auf die US-Autogewerkschaft UAW zu.

New YorkVolkswagen und die amerikanische Autogewerkschaft UAW gehen nach langem Streit aufeinander zu. Im Mai will sich der VW-Personalchef Karlheinz Blessing mit Gary Casteel treffen, der bei der UAW für internationale Angelegenheiten zuständig ist. Das Treffen soll in Deutschland stattfinden, bestätigte die UAW, einen genauen Termin gebe es jedoch noch nicht.

Damit kommt Bewegung in die festgefahrene Situation. Eine Gruppe von Facharbeitern im Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee hatte dafür gestimmt, sich bei Verhandlungen von Gehältern und Arbeitsbedingungen von der UAW vertreten zu lassen.

VW will diese Wahl jedoch nicht anerkennen, da das gesamte Werk sich knapp gegen eine führende Rolle der Gewerkschaft ausgesprochen hat. Der Wolfsburger Autobauer fürchtet eine Spaltung der Mitarbeiterschaft.

Bei den Facharbeitern geht es um 160 Mitarbeitern, die Maschinen und Roboter warten und etwa elf Prozent der gesamten Belegschaft in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee ausmachen. Der Wolfsburger Autobauer ist gegen diese zerstückelte Vertretung und favorisiert stattdessen eine Gesamtlösung für die rund 1400 Mitarbeiter.

Die UAW hat in den vergangenen Wochen den Druck auf VW immer weiter erhöht. Die US-Arbeitsbehörde hatte die Wahl für rechtens erklärt und vergangene Woche eine Beschwerde wegen unlauterer Beschäftigungspraktiken bei VW eingereicht. Casteel hatte im Gespräch mit dem Handelsblatt auch einen Streik in Chattanooga in Erwägung gezogen, allerdings nur als letztes Mittel, um VW zu Gesprächen zu bewegen.

VWs Sorge über eine fragmentierte Belegschaft teilt die Gewerkschaft nicht. „VW-Werke überall auf der Welt, unter anderem in Ländern wie Italien, Russland und Spanien, erkennen mehrere Gewerkschaften an, die Teile der Belegschaft repräsentieren“, sagt Casteel.

Neuen Ärger kann sich VW in den USA nicht leisten. Gerade werden noch Details für die milliardenschwere Einigung mit dem Justizministerium festgezurrt. In Chattanooga soll in den nächsten Monaten auch die Produktion eines neuen Geländewagens anlaufen.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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