Autohersteller bevorzugt kontrollierte Offensive: BMW: Bayerns hohe Schule

Autohersteller bevorzugt kontrollierte Offensive
BMW: Bayerns hohe Schule

Gute Produkte, Absatzrekorde, kräftige Gewinne – BMW beweist der Konkurrenz, warum es sich immer noch lohnt, in Deutschland Autos zu bauen.

MÜNCHEN. Donnernder Technosound, Lightshow – Eva Padberg stolziert über den Laufsteg in den Münchener Eisbach-Studios. Das Supermodel präsentiert als Edelboxenluder die neue Kollektion des BMW-Williams-Formel-1-Teams. „Sexy, sehr sexy“, haucht sie vor ein paar Tagen ihren Kommentar zu der von Puma entworfenen Rennsportkleidung ins Mikrofon. Quer über der Brust prangt in glitzernden Swarowski-Kristallen der Schriftzug „Goodbye Limits“. Was der Münchener Autobauer im Straßenverkehr darunter versteht, rollt wenig später mit dumpfem Grollen aus dem Trockeneisnebel nach vorne. Der neue BMW M6. Die erste Limousine mit Hochdrehzahlmotor, 10 Zylindern, 7 Gängen, 507 PS, 4,6 Sekunden von null auf hundert – goodbye Limits.

BMW hat die Grenzen der einstigen Modellpolitik längst hinter sich gelassen. Auf dem Genfer Autosalon hat BMW-Chef Helmut Panke zwei weitere Baureihen angekündigt, einen sportlichen Minivan und eine Art Alleskönner für die USA. Damit begibt sich BMW in Nischen, die bislang tabu waren. Bis 2008 soll der Absatz auf 1,4 Millionen Autos steigen. Goodbye Limits.

Der BMW-Konzern bewegt sich scheinbar selbstverständlich jenseits der Grenzen. Stagnation auf dem deutschen Automarkt? BMW legt 2004 fast zehn Prozent zu. Erstmals hat der Konzern mit Mini und Rolls-Royce mehr Fahrzeuge verkauft als Mercedes einschließlich Smart und Maybach. Arbeitsplatzabbau? Kein Autobauer schafft so viele Stellen. Verlagerung ins Ausland? Die Münchener haben in Leipzig ein neues Werk für 5 000 Beschäftigte gebaut, am 1. März ist dort die Serienproduktion des neuen 3er angelaufen. Seit Samstag steht nun der 3er, das Herzstück des Konzerns, bei den Händlern. Was ist das Geheimnis des Erfolges, was macht die Münchener so stark wie heute? Eine Spurensuche.

DIE FAMILIE

„Als Unternehmerin weiß ich, dass wir mit Ressourcen einerseits sparsam und effizient umgehen müssen und sie andererseits ausdrücklich pflegen und nähren sollten.“ Das sagt eine Frau, die eben der TU München 2,8 Millionen Euro gestiftet hat, damit die ihre Studenten während des Studiums künftig besser auf unternehmerische Aufgaben vorbereitet. Es ist Frühjahr 2002, Susanne Klatten trägt wie immer ein schlichtes, aber elegantes Kostüm und, von den Ohrringen abgesehen, keinen Schmuck. Die 42-jährige Tochter des Industriellen Herbert Quandt muss nicht zeigen, dass sie die wohl reichste Deutsche ist.

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