Autohersteller leidet unter der schwachen Nachfrage und setzt alle Hoffnungen auf die neuen Modelle
Chrysler zettelt in USA neuen Rabattkrieg an

Der Autohersteller leidet unter der schwachen Nachfrage und setzt alle Hoffnungen auf die neuen Modelle.

PORTLAND. Dieter Zetsche müsste eigentlich optimistisch sein. Mit einem drastischen Sparprogramm reduzierte der Chef der Chrysler Group, der US-Tochter von Daimler-Chrysler, den Kostensockel um Milliarden. Mit einem innovativen Tarifvertrag sicherte er sich 2003 für mehrere Jahre Arbeitsfrieden und mit insgesamt neun neuen oder überarbeiteten Modellen, die in diesem Jahr anrollen, „haben die Händler endlich den Kunden etwas zu zeigen“, sagt Gewerkschaftsvize Nate Gooden. Zusätzlich mehren sich die Zeichen, dass niedrige Zinsen und Steuersenkungen sowie Rekordausgaben des Staates auch auf den US-Arbeitsmarkt durchschlagen.

Aber in der „Ehe, die im Himmel geschlossen wurde“, wie Konzernchef Jürgen Schrempp die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler einst bezeichnete, stehen die Zeichen weiter auf Sturm. Im März eskalierte der Rabattkrieg in den USA, diesmal angeführt von der Chrysler Group, die sich vormals nur zögernd auf Preisnachlässe einließ. Obwohl der März in Erwartung von Steuerrückzahlungen im April traditionell als Beginn der Verkaufssaison für Autos gilt, konnten Chrysler und die beiden US-Konkurrenten General Motors und Ford ihre Absatzzahlen nur mit steigenden Rabatten halten.

Nach Angaben von CNW Marketing Research bot Chrysler im März mit durchschnittlich 4 313 $ pro Fahrzeug die höchsten Nachlässe. Gleichwohl sackten die Verkäufe des Herstellers um zwei Prozent auf 197 856 Fahrzeuge im Vergleich zum schwachen März 2003, der unter den Vorbereitungen auf den Irak-Krieg litt. Der Bestand an unverkauften Autos wuchs im März auf gut 585 000 und reichte für 77 Verkaufstage. Als normal gelten Vorräte für 65 Verkaufstage. GM sitzt sogar auf einer Halde von 1,3 Mill. unverkauften Fahrzeugen. Analysten erwarten deshalb, dass sich der Rabattkrieg im zweiten Quartal weiter verschärfen wird. GM und Ford legten in den vergangenen Tagen bereits bei Nachlässen und subventionierter Finanzierung kräftig nach.

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