Autohersteller mit Problemen
Airbag-Debakel wirft Honda zurück

Im Bilanzjahr 2014 verkaufte der japanische Auto- und Motorradhersteller Honda so viele Autos wie niemals zuvor. Aber die Gewinne sackten überraschend deutlich ab.
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TokioHonda will buchstäblich zum Höhenflieger werden. Vorige Woche hat der Auto- und Motorradbauer einen Minijet für eilende Geschäftsleute auf globale Schauflugtour geschickt, um für ihn die Werbetrommel zu rühren. Schließlich soll der „HondaJet“ künftig zuerst in den USA die Lüfte erobern, später vielleicht weltweit. Doch im Kerngeschäft, dem Autobau, lief es im Ende März abgelaufenen Bilanzjahr 2014 nicht rund. Denn wurde Honda stärker als andere Hersteller von Qualitätsproblemen und dem Airbag-Rückruf seines Zulieferers Takata getroffen.

Honda stellte 2014 zwar mit fast 4,4 Millionen Autos einen neuen Absatzrekord auf. Auch der Umsatz wuchs um 6,8 Prozent auf 12647 Milliarden Yen (97 Milliarden Euro). Aber der Reingewinn lag mit 523 Milliarden Yen nicht nur 8,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, sondern auch deutlich unter der eigenen Prognose und den Vorhersagen der Analysten.

Der negative Eindruck der Bilanz wird noch dadurch verstärkt, dass der Lokalrivale und globale Branchenprimus Toyota glänzt wie niemals zuvor. Toyota wird im Mai für das Bilanzjahr 2014 wahrscheinlich einen neuen Rekordgewinn und vielleicht sogar eine zweistellige Gewinnspanne verbuchen. Hondas operative Profitmarge sackte 2014 hingegen auf 5,2 Prozent ab. Im letzten Vierteljahr krebste der Konzern sogar nur bei 3,3 Prozent herum.

Noch ernüchternder fällt allerdings Hondas Prognose für dieses Jahr aus. Obwohl das Unternehmen 350.000 mehr Autos verkaufen will als 2014, soll der Gewinn nur um 0,4 Prozent auf 525 Milliarden Yen wachsen. Denn höhere Ausgaben für Rückrufe und Qualitätssicherung sowie Wechselkursverluste sollen die positiven Effekte des Wachstums aufzehren.

Honda Probleme finden sich sowohl daheim wie auch im Ausland, im Unternehmen wie auch bei Zulieferern. Allein die neueste Hybridversion seines wichtigsten Massenfortbewegungsmittels Honda Fit (in Europa Jazz) rief der Konzern seit dem Verkaufsstart fünf Mal für Nachbesserungen in die Werkstätten zurück.

Dazu gesellte sich das Debakel um explodierende Airbags bei dem Automobilzulieferer Takata, an dem Honda beteiligt ist. Der Konzern verschob daher Modelleinführungen, um zuerst die Kräfte auf die Problembehebung zu konzentrieren. Und prompt folgte die Quittung in Hondas wichtigstem Markt, Nordamerika.

Während der Verkauf in Asien brummt, sackte Hondas Marktanteil in den USA innerhalb nur eines Jahres um mehr als einen Prozentpunkt auf nur noch 8,2 Prozent ab. Im ersten Quartal musste der Konzern sogar seinen japanischen Erzrivalen Nissan an sich vorbeiziehen lassen. Und ein Ende der Qual erwartet Honda erst, wenn in der zweiten Jahreshälfte neue Modelle auf den Markt kommen. 2015 soll der Absatz auch in den USA wieder wachsen. Nur in der japanischen Heimat und in Europa sieht sich Honda weiter auf Schrumpfkurs.

Martin Kölling, Handelsblatt-Redakteur und Korrespondent in Tokio. Quelle: privat
Martin Kölling
Handelsblatt / Asien-Korrespondent

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  • Honda scheint noch viel mehr Probleme zu haben.Schlechter Ruf: Die fiesesten Unternehmen 13.04.2015
    Neben finanziellen können auch Umwelt- und Sozialrisiken am Image eines Unternehmens kratzen. Ist der Ruf erst ruiniert, lebst sich gänzlich ungeniert. Entscheidend für den guten Ruf sind vor allem die Qualität der Produkte und Dienste die gesellschaftliche Verantwortung und die Arbeitsbedingungen. Welche Unternehmen in Sachen schlechter Ruf die Nase vorne haben, zeigt der RepRisk-Index. Unter den Top 15 ist Honda und auch der japanische Airbag-Hersteller Takata. Das Unternehmen sorgte 2014 für einen der größten Skandale in der Automobilindustrie. Brandgefährliche Airbags haben Todesopfer gefordert.
    Schlechter Ruf: Die fiesesten Unternehmen foonds.com
    In Deutschland haben auf Kununu.com Mitarbeiter Honda bewertet. Die Kommentare lassen nur erahnen was da abgeht.

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