Autohersteller
Opel will betriebsbedingte Kündigungen in Bochum vermeiden

Der Autobauer will betriebsbedingte Kündigungen in Bochum möglichst umgehen. Das sagte Thomas Sedran in einem Interview. Mindestens tausend Arbeitsplätze sollen laut eines Medienberichts offenbar erhalten werden.
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DüsseldorfDer Autobauer Opel will bei der Einstellung der Autoproduktion am Standort Bochum betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Dies sei ein „klares Ziel“ des Unternehmens, sagte Interimschef Thomas Sedran der am Montag erscheinenden „Wirtschaftswoche“. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sieht nach eigenen Worten keine Chance mehr für den Erhalt des Werks und lehnte Staatshilfen ab.

Sedran nannte im Interview mit der „Wirtschaftswoche“ das Ende der Fahrzeugproduktion in Bochum einen unverzichtbaren Teil der Unternehmensstrategie, um Opel wieder profitabel zu machen: „Es gab leider keine Alternative.“ Für die Mitarbeiter werde es „attraktive Abfindungen“ geben, sagte Sedran.

Opel hatte am Montag angekündigt, ab 2016 die Autoproduktion in Bochum einzustellen. Für Teile der Belegschaft besteht jedoch noch Hoffnung: Das Unternehmen will mit Arbeitnehmervertretern über den Aufbau einer Autoteilefertigung in Bochum verhandeln. Wahrscheinlich könnte aber selbst dadurch nur ein Bruchteil der bislang 3200 Beschäftigten am Standort den Job bei Opel behalten.

Unter Berufung auf Konzernkreise berichtete die „Wirtschaftswoche“, in Bochum sollten mindestens tausend Arbeitsplätze erhalten bleiben. Sedran wollte keine konkreten Zahlen nennen. Er sagte der Zeitschrift, dass das Warenverteilzentrum mit derzeit 430 Mitarbeitern ausgebaut werden solle. Bei der möglichen Komponentenfertigung könnte es zudem eine „dreistellige Zahl an Arbeitsplätzen“ geben.

„Ich würde keine Staatshilfen geben für ein Automobilwerk, das bei der augenblicklichen Lage des Automarktes betriebswirtschaftlich nicht zu halten ist“, sagte Steinbrück am Donnerstagabend in der ARD-Sendung „Beckmann“.

Kritik übte Steinbrück vor allem am US-Mutterkonzern General Motors. GM habe sich nicht „sehr anständig“ verhalten, sagte er. „Sie haben nicht nur in Bochum ihre Autowerke buchstäblich ausgeplündert über eine gemeinsame Kasse.“ Schon während der Opel-Krise 2009 seien entscheidende Fehler gemacht worden. Nicht nur die SPD, sondern auch weite Teile der jetzigen Bundesregierung hätten sich in den Jahren 2009 und 2010 von General Motors getäuscht gefühlt.

Opel war 2008 in der Wirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten. GM zog den Verkauf von Opel in Erwägung, Italiens Autobauer Fiat, der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJI zeigten sich interessiert. Allerdings sagte GM im November 2009 den Verkauf dann überraschend wieder ab. Die Bundesregierung sagte Staatshilfen an Opel nach einem langen internen Streit ab.

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Autohersteller: Opel will betriebsbedingte Kündigungen in Bochum vermeiden"

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  • Hm, bei den pleitegegangenen Baukonzerne Philipp Holzmann und Walter Bau hat es auch keine "Betriebsbedingte Kündigungen" gegeben. Der Insolvenzverwalter het die "überflüssigen" Beschäftigten einfach freigestellt.

    Der Holzmann-Konzern, die Kirch-Gruppe, der Schreibwarenhersteller Herlitz, Walter Bau, Nokia,
    BenQu, AEG, usw. sind die markanteste Beispiele dafür, dass Verzicht, bzw. länger arbeiten für weniger Geld, zu Begehrlichkeiten in andere Unternehmen geführt hat, aber keinen einzigen Arbeitsplatz gerettet oder geschaffen hat.

  • Opel dürfte als erste Produktionsvolumen aus Bochum abziehen. Und dann fängt GM an, die Beschäftigten los zu werden. GM hat da jetzt 3 Jahre Zeit.

  • Betriebsbedingte Kündigungen mit Sozialplan und Abfindungen sind teuer. Eine Werksschließung für das Image schrecklich.

    Also:

    Die Leute werden so lange weich geklopft, bis diese freiwillig gehen. Oder in Vorruhestand.

    Wer es noch nicht verstanden hat: In Europa gibt es bei den Automobilhersteller erhebliche Überkapazitäten. Es ist ein Verdrängungswettbewerb. Dieser wird Opfer unter den Herstellern fordern.

    An wen sollen wir noch exportieren, ohne dass die Export-Überschüsse in das Unendliche wachsen? Oder anders, womit sollen diejenigen, denen wir unsere Autos verkauft haben, bezahlen? Griechenland lässt grüßen und die Chinesen produzieren selbst günstiger…

    Man hört ja, der Geschäftswagen ist geleast und geht nach 2 Jahren offiziell als Gebrauchter (55 % Rabatt auf den Listenpreis) nach Russland….


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