Autohersteller
Peugeot öffnet sich für Allianzen

Die Familie Peugeot setzt sich offensiv für Allianzen des französischen Autoherstellers mit der Konkurrenz ein. Die Firma will klar definieren, welche Rolle sie bei der Restrukturierung der Branche spielen will. Nun fehlt nur noch der richtige Partner.

PARIS. Die Familie Peugeot, die mit 45 Prozent der Stimmrechte den Autokonzern PSA Peugeot Citroën kontrolliert, ist offen für tiefer gehende Allianzen. Das sagte PSA-Aufsichtsrats-Chef Thierry Peugeot in einem Interview mit der Zeitung „Les Echos“: „Die Familie widersetzt sich in keiner Weise, eine bestimmte Zahl von Allianzen oder Annäherungen zu untersuchen.“ Dabei sei die Familie auch bereit, ihren bisherigen Anteil von 30 Prozent der Aktien (45 Prozent der Stimmrechte) zu verwässern. Thierry Peugeot bekräftigte indes, dass die Familie Referenzaktionär bleiben wolle. An der Börse legte PSA-Aktien knapp zwei Prozent zu.

Damit schlägt die Familie neue Töne an in Punkto Allianzen. Bisher galten die Peugeots als extrem zurück haltend. Auf der heutigen Hauptversammlung dürfte daher eines der Hauptthemen sein, welche Rolle Europas zweitgrößter Autokonzern bei der Restrukturierung der Branche weltweit zu spielen gedenkt.

Beim Aktionärstreffen wird der neue Konzernchef Philippe Varin seinen ersten öffentlichen Auftritt haben. Der Ex-Stahlmanager, der Corus mit Erfolg in die indische Tata Steel integriert hat, soll ein offensiveres Vorgehen in Sachen Allianzen bevorzugen, heißt es in Paris. Bisher hat der Konzern nur punktuelle Verbünde gegründet, ohne eine Kapitalverflechtung einzugehen. So bauen die Franzosen für BMW die kleinen Benzinmotoren, die den Mini antreiben. In Tschechien fertigt PSA gemeinsam mit Toyota Kleinwagen. Aber Analysten glauben, dass diese Politik der begrenzten Allianzen nicht mehr ausreicht, um den Konsolidierungsprozess überleben zu können.

Thierry Peugeot erteilt aber einer Großfusion, bei der die Familie nur noch eine Statistenrolle zukommt, eine klare Absage: „Wachstum, Rentabilität und Unabhängigkeit“, seien nach wie vor die drei Hauptziele, die das Top-Management zu erfüllen habe, sagte der Aufsichtsratschef.

Mitsubishi, Fiat und BMW sind laut einer Kurznote des Brokers Oddo die drei wahrscheinlichsten Kandidaten für eine Allianz mit Peugeot. Mit den Japanern arbeitet PSA bereits auf verschiedenen Feldern wie bei Elektro-Autos und Geländewagen zusammen, Mitsubishi würde ferner mit seiner geografischen Marktstellung gut zu PSA passen, schreibt Oddo. Eine Allianz mit Fiat würde die größten industriellen Synergien bieten, was aber Werkschließungen und Entlassungen zur Folge hätte.

BMW würde Peugeots Schwäche bei Premiumautos schließen. Allerdings ist BMW derzeit dreimal so viel an der Börse wert wie PSA.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%