Autohersteller und Maschinenbauer an vorderster Front
Zahlreiche Unternehmen wollen längere Arbeitszeiten

Daimler-Chrysler und Siemens sind keine Einzelfälle, auch andere deutsche Großkonzerne suchen nach Wegen, ihre Beschäftigten zu Mehrarbeit zu bewegen - Autohersteller und Maschinenbauer dabei an vorderster Front.

HB FRANKFURT. Betroffen von diesen Überlegungen zur Kostensenkung sind vor allem Unternehmen der krisengeschüttelten Autoindustrie sowie Maschinenbauer. Für Chemie- und Pharmariesen wie Bayer, BASF und Altana dagegen stellt sich diese Frage nicht, da die bestehenden Tarifregelungen nach Aussage der Firmen ausreichen. Forderungen nach einer generellen Rückkehr zur 40-Stunden-Woche wurden unter den von Reuters am Dienstag befragten Konzernen nicht laut.

Konzepte für Mehrarbeit oder zumindest flexiblere Arbeitszeiten erwägen Volkswagen, BMW, MAN und Linde. Ein ähnlich scharfer Konfrontationskurs wie bei Daimler-Chrysler ist bei diesen Unternehmen bislang allerdings nicht zu erkennen. Der Stuttgarter Autokonzern fordert von den Arbeitnehmern im Mercedes-Stammwerk Sindelfingen Kosteneinsparungen von 500 Mill. ?. Andernfalls drohten eine Produktionsverlagerung nach Bremen oder Südafrika und damit der Verlust von rund 6000 Arbeitsplätze im Südwesten.

"Solche Pläne haben wir nicht", sagte dazu eine BMW-Sprecherin. Ihren Worten zufolge prüft der Münchner Autobauer derzeit jedoch Möglichkeiten einer weiteren Arbeitszeitflexibilisierung und damit verbundene Kostensenkungen. "Es geht hier aber nicht um eine pauschale Erhöhung der Arbeitszeit auf eine 40-Stunden-Woche", sagte sie.

Ein VW-Sprecher verwies auf die Äußerungen von Personalvorstand Peter Hartz bei der Betriebsversammlung in der vergangenen Woche. Hartz zufolge müssen die Personalkosten mittel- und langfristig um 30 % gesenkt werden, um in Deutschland wettbewerbsfähig zu bleiben und Standort-Verlagerungen zu vermeiden. Auf derselben Veranstaltung hatte der Konzernbetriebsrats-Vorsitzende Klaus Volkert die Bereitschaft der Belegschaft zu Mehrarbeit signalisiert, eine generelle Rückkehr zur 40-Stunden-Woche aber abgelehnt.

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