Autoindustrie
Cabrios bestehen Crashtest

Trotz Krise erwarten die Hersteller steigende Verkäufe im Cabrio-Segment. Der erhoffte Schub kommt dabei weniger von der Abwrackprämie als von neuen Modellen, denn Cabriokäufer müssen nicht so auf den Preis achten. BWM setzt auf den neuen Roadster Z4.

MÜNCHEN. Die Autokrise geht am Markt für Cabrios vorbei. "Wir erwarten in diesem Jahr einen Anstieg der Cabrioverkäufe", sagt Ulrich Winzen vom Marktforschungsinstitut Polk. Nach 130 000 Cabrios im vergangenen Jahr könnten es in Deutschland in diesem Jahr 160 000 Autos mit offenem Dach sein. "Der Nischenmarkt Cabrio ist relativ robust", sagt Winzen. Cabriokäufer müssten zudem nicht so auf den Preis achten. Der Marktanteil könnte in diesem Jahr von 4,2 auf 4,7 Prozent steigen, glaubt Winzen.

Der erhoffte Schub kommt weniger von der Abwrackprämie als von neuen Modellen. Ein halbes Dutzend Cabrios kommt in diesem Frühjahr neu auf den Markt und verschaffen vor allem den Premiumherstellern BMW und Audi Luft in der Absatzkrise. Stärker als bei Serienfahrzeugen wird der Cabriokunde über Emotionen in seinem Kaufverhalten getrieben. "Daher ist der Ansturm bei der Markteinführung neuer Modelle zunächst groß", sagt Winzen. Das Geld ist da: Cabrios werden wie Wohnmobile oder Motorbooote meist aus Vermögen finanziert. Erspartes oder Ererbtes ist oft die Quelle offener Fahrfreude.

Die erwarteten Topseller 2009 sind wegen der Modellwechsel im Schnitt erst zwei Jahre auf dem Markt. Bei den klassischen Cabrios dürften nach Berechnungen von Polk in diesem Jahr der BMW-1er vorne liegen, bei den sportlichen Roadstern der Audi TT. Die Cabrios mit versenkbarem Stahldach dominiert der Peugeot 207, gefolgt vom VW Eos.

Auf einen ordentlichen Schub aus dem Cabriomarkt muss vor allem BMW in diesem Jahr hoffen. Das Geschäft mit Limousinen und Kombis verzeichnet Einbrüche zwischen zwanzig und dreißig Prozent, die Produktion wird drastisch gedrosselt, alle wichtigen Werke der Münchener sind mittlerweile auf Kurzarbeit gesetzt.

Während die 3er- und 5er-Reihe erst ab dem kommenden Jahr abgelöst wird, sollen in diesem Sommer das 1er-Cabrio, das neue Mini-Cabrio und vor allem der Z4 Roadster den Verkauf anschieben. Cabrios bringen zwar keine hohen Stückzahlen, aber mehr Marge und mehr Prestige als Alltagslimousinen. "Cabrios sind wichtig für das Markenimage, sie sollen auf das Brot-und Buttergeschäft abfärben", urteilt Polk-Analyst Winzen.

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