Autoindustrie Daimler-Chef beklagt Rabattschlacht

Hohe Preisnachlässe lassen Daimler-Chef Dieter Zetsche zweifeln, ob die Marktführerschaft in Deutschland attraktiv ist. Der Mercedes-Hersteller wolle Rabatte zurückführen. Sanktionen gegen Russland unterstützt Zetsche.
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Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Es gilt ganz klar das Primat der Politik“, sagt der Manager über Russland-Sanktionen. Quelle: dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Es gilt ganz klar das Primat der Politik“, sagt der Manager über Russland-Sanktionen.

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FrankfurtDer Autobauer Daimler bekommt die Auswirkungen der Sanktionen des Westens gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise zu spüren. „Im ersten Halbjahr haben wir noch 20 Prozent plus im Russland-Geschäft gemacht, jetzt geht das Momentum nach unten“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche der „Bild am Sonntag“. „Die russische Wirtschaft war schon vor der Krise in einer schwierigen Phase und ist jetzt weiter beeinträchtigt. Das wirkt sich auf den russischen Pkw-Markt aus und damit auch auf Daimler.“

Dennoch steht Zetsche schärferen Sanktionen gegen Russland - für den Stuttgarter Autohersteller noch ein kleiner aber nicht unwichtiger Markt - nicht ablehnend gegenüber: „Es gilt ganz klar das Primat der Politik. Die Wirtschaft hat sich auf die Bedingungen einzustellen, die die Politik setzt – unabhängig von den direkten Konsequenzen“, sagte der Manager.

Daimler fährt seit 2013 eine Modelloffensive. Vor allem die neue S-Klasse, die rentabelste Mercedes-Nobellimousine, und die aufgehübschte E-Klasse spülen Geld in die Kasse. So kletterte im zweiten Quartal der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft um zwölf Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz legte um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro zu. Im ersten Halbjahr lieferte die Marke mit dem Stern 808.000 Autos aus, soviel wie nie zuvor. Bis 2020 will sich der jahrzehntelang unangefochtene Premium-Marktführer wieder vor BMW und Audi schieben. „Außerhalb Chinas verkaufen wir deutlich mehr Autos als Audi und fast so viele wie BMW“, sagte Zetsche. „Es hängt also davon ab, wie schnell wir in China aufholen.“

Am härtesten umkämpft ist nach Ansicht Zetsches aber der deutsche Markt. „Da fragen wir uns manchmal, ob die Krone des Marktführers in der Heimat wirklich jeden Preis wert ist.“ Der Konzern-Chef machte deutlich, dass Daimler die Listenpreise für einen Neuwagen halten und die Rabatte zurückfahren wolle. „Ein Mercedes muss die Kunden so begeistern, dass sie bereit sind, dafür einen höheren Preis zu bezahlen.“

Unterdessen nehmen laut „Focus“ die Preisnachlässe beim Kauf eines neuen Autos zu, obwohl in Deutschland in diesem Jahr bislang 2,4 Prozent mehr Neuwagen an den Kunden gebracht wurden als im Vorjahr. Immer mehr Hersteller oder Vermieter ließen Fahrzeuge auf eigenen Namen zu, um dann hohe Preisnachlässe zu gewähren, berichtete das Magazin unter Berufung auf das CAR-Center der Universität Duisburg-Essen. Das Geschäftsmodell umfasse im ersten Halbjahr 40 Prozent aller Zulassungen, vor vier Jahren habe der Anteil der Eigenzulassungen noch bei 36 Prozent gelegen. Die Hersteller gewährten zudem selbst auf komplett neue Wagen hohe Rabatte. So sei etwa ein Fiat Punto derzeit für 36 Prozent unter dem Listenpreis erhältlich, schrieb das Magazin.

Von wegen Baby-Benz
25th annual North American Interational Auto Show in Detroit
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Seit 1993 steht die C-Klasse als Synonym für die Mittelklasse bei Mercedes. Eine im wahrsten Sinn des Wortes vitaminreiche Zutat zum Produktportfolio der Schwaben. Nur die E-Klasse ist für Umsatz und Ertrag bei den Schwaben wichtiger als die C-Klasse, deren neueste Generation jetzt auf der Automesse in Detroit ihre Premiere feierte.

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Mehr als zehn Millionen Einheiten hat Mercedes von seiner Mittelklasse in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten gefertigt. Kommen noch die 1.879.629 Exemplare des von 1982 bis 1993 gebauten Vorhängers Mercedes 190 hinzu, unterstreichen alleine die Produktionszahlen die Bedeutung der Modellreihe für den Hersteller.

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Im März steht die neue Generation der Baureihe zu Preisen ab 33.558 Euro für den C 180 bei den deutschen Händlern. Wenig später folgt die Kombi-Variante, die ihre Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon feiern wird.

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Inzwischen hat die einst als „Baby-Benz“ gestartete Baureihe in den Abmessungen fast die E-Klasse erreicht. Sie rollt als eine Art Miniatur-Ausgabe der S-Klasse zu den Kunden und setzt damit eine Tradition fort. Als vor inzwischen gut 30 Jahren der Mercedes 190 entwickelt wurde, hatten die Ingenieure den Auftrag, sich vor allem an der größten Stuttgarter Baureihe zu orientieren. Mit einer Länge von 4,69 und einem Radstand von 2,8 Metern kommt die neue C-Klasse nun also der E-Klasse nahe, bringt aber trotz des Zuwachses um zehn Zentimeter in der Länge gut 100 Kilo weniger auf die Waage.

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Wie bisher gibt es das Modell mit zwei Gesichtern: einer konservativen Front mit Stern auf der Motorhaube (hinten im Bild) und einer aggressiver gestalteten Frontpartie mit wuchtigem Stern, der in den Kühlergrill integriert ist.

huGO-BildID: 34621916 A new Mercedes C-Class sedan is presented, Monday, Jan. 13, 2014, at the North American International Auto Show in Detroit, Mic
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Doch auch mit dem vermeintlich konservativeren Kühlergrill trägt die neue C-Klasse dick auf. Nicht nur im Rückspiegel des Vordermanns kann die „kleine“ Limousine leicht mit der großen S-Klasse verwechselt werden.

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Beim Design setzen die Stuttgarter Kreativen bewusst auf eine neue Formensprache, die sich vollkommen vom Vorgänger-Modell löst und nicht auf Evolution setzt. Die neue C-Klasse ist dennoch auf Anhieb als Mercedes erkennbar und kombiniert Elemente aus der A- und S-Klasse, was aber alles andere als widersprüchlich wirkt und einen Auftritt zur Folge hat, bei dem eine unerwartet harmonische Mischung aus Dynamik und Gediegenheit entsteht.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Autoindustrie: Daimler-Chef beklagt Rabattschlacht"

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  • Er wagt zu klagen? Die Rabatte sind viel zu niedrig. Es scheint den Firmen nur noch darum zu gehen: Wer hat die meisten Rückrufaktionen? Dafür soll der Kunde auch noch zahlen? Wann tritt der Gewissenlose endlich zurück und zahlt persönlich für seine Fehler?

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