Autoindustrie
Daimler-Mitarbeiter stehen vor harten Zeiten

Daimler hat offenbar zu viel Personal: Nach Angaben des Betriebsrats trifft der Autobauer derzeit Vorbereitungen für eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit. Vorstandschef Dieter Zetsche hat zugegeben, dass Kurzarbeit nicht ausgeschlossen ist.

HB BERLIN. Man müsse die Produktion der gesunkenen Nachfrage ständig anpassen, sagte Zetsche der "Bild"-Zeitung. "Es macht keinen Sinn, Autos auf Halde zu bauen." Durch Arbeitszeitkonten sei man bei Daimler zwar flexibel. "Je nachdem wie es weitergeht, könnten Arbeitszeitverkürzungen ein weiterer Schritt sein."

Ein Betriebsrat des Autobauers sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, das Management habe auf einer Betriebsratssitzung Berechnungen vorgelegt, wonach sich der Personalüberhang bei Mercedes-Benz auf 5800 Mitarbeiter belaufe. Das Management gehe davon aus, dass der weitere Abbau der schon geschrumpften Arbeitszeitkonten nicht reiche, um die Überkapazitäten abzubauen.

Daimler treffe Vorbereitungen, um die Wochenarbeitszeit auf 30 von derzeit 35 Stunden zu reduzieren. Dazu fänden demnächst Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern statt. Mercedes-Benz habe zudem Produktionsmitarbeitern Abfindungsangebote unterbreitet, um die Beschäftigten zum freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. Bei Daimler war zunächst keine Stellungnahme zu den Angaben zu erhalten.

Der Betriebsrat sagte, Mercedes-Benz habe zudem Mitarbeitern in der Produktion Abfindungsangebote unterbreitet, um sie zum freiwilligen Ausscheiden zu bewegen. „Das Management sieht sich nicht dazu in der Lage, für die nächsten Wochen gesicherte Produktionspläne auszuarbeiten“, sagte der Betriebsrat. Die Kürzungen hätten sich schon vor einiger Zeit auf rund 80 000 Fahrzeuge belaufen, inzwischen liege die Zahl deutlich höher. Bei Daimler war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Derzeit schickt Daimler die Mitarbeiter der Pkw-Produktion tageweise nach Hause und plant eine vierwöchige Zwangspause über den Jahreswechsel, um die angesammelten Überstunden abzubauen. Nach einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat können die Arbeitszeitkonten auf bis zu minus 200 Stunden - das sind fast sechs Wochen - abschmelzen, danach muss die Wochenarbeitszeit gesenkt werden. Darüber hinaus kann Kurzarbeit angemeldet werden. Die meisten Beschäftigten von Daimler in Deutschland sind bis Ende 2011 vor betriebsbedingten Kündigungen sicher.

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