Autoindustrie einigt sich mit Kanzler
Diesel-Partikelfilter werden nun doch Standard

Die deutsche Automobilindustrie hat nach dem jahrelangen Streit mit Umweltverbänden über die serienmäßige Einführung von Rußpartikelfiltern bei Diesel-Pkw überraschend einen Kurswechsel angekündigt.

HB STUTTGART. Alle in Deutschland neu zugelassenen Diesel-Autos deutscher Hersteller sollen spätestens 2009 mit einem Rußpartikel-Filter ausgestattet sein. Im Gegenzug sagte die Bundesregierung Steuervergünstigungen von 2005 an zu. „Damit werden Diesel-Pkw bis zum Ende des Jahrzehnts faktisch rußfrei“, sagte der Chef des Verbandes der Automobilindustrie VDA, Bernd Gottschalk, am Dienstag in Stuttgart nach einem Gespräch der VDA-Führung mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Die Branche hatte sich gegen eine verpflichtende Einführung des Filters lange gewehrt.

„Ich begrüße die Einsicht der deutschen Automobilindustrie, dass sie zu einer drastischen Reduzierung der Rußpartikel ihren Beitrag leisten möchte“, erklärte Umweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Grüne) mit. Das Ministerium erwarte, dass sich der Filter mit Hilfe der staatlichen Förderung und eines scharfen Grenzwertes in Europa lange vor 2008 durchsetzen werde. Dieser könne mehr als 99 % der Rußartikel aus den Abgasen von Diesel-Fahrzeugen herausfiltern, die von Umweltschützern und Medizinern für gesundheitsgefährdend gehalten werden.

Den Ausschlag für die Bereitschaft, den Rußfilter nun doch serienmäßig anzubieten, haben offenbar die Wünsche der Kunden gegeben. „Sie erwarten, dass der Dieselpartikelfilter zukünftig zum integralen Bestandteil moderner Diesel-Pkw wird“, sagte der VDA-Präsident. Der Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler hatte kürzlich mitgeteilt, dass bereits jetzt mehr als 80 % aller deutschen Mercedes-Kunden in der Oberklasse den Rußfilter orderten. In anderen europäischen Ländern wie Italien und Frankreich sei der Partikelfilter allerdings kaum gefragt.

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