Autoindustrie
Fiat will sich in Indien breit machen

Der italienische Automobilhersteller Fiat plant offensichtlich, sein Engagement in Indien deutlich zu verstärken. Das zeigt der Vorschlag den Großindustriellen Ratan Tata, Chef des größten indischen Automobilkonzerns Tata, in den Fiat-Aufsichtsrat zu berufen. Mit weltweiten Allianzen will Fiat seine Position stärken.

kk/hof MAILAND. Der Vorschlag, den Großindustriellen Ratan Tata, Chef des größten indischen Automobilkonzerns Tata, bei der Hauptversammlung am heutigen Mittwoch in den Fiat-Aufsichtsrat zu berufen, gilt als „ein klares Zeichen dafür, dass Fiat seine Kooperation ausbauen will“, kommentiert ein Mailänder Analyst.

Im Januar haben Fiat und Tata ein erstes Abkommen geschlossen, wonach die Inder die italienischen Autos über ihr landesweites Händlernetz vertreiben werden. Im Gegenzug erhält Tata Zugang zu Fiat-Technik und kann seine Modelle über das Fiat-Netz auch in anderen Schwellenländern vertreiben. Mit zweistelligen Wachstumsraten bei einem riesigen Potenzial gilt Indien als einer der wichtigsten Zukunftsmärkte der Branche. Bislang sind die Europäer in dem Land relativ spärlich vertreten. Beherrscht wird der Markt von einheimischen, japanischen und koreanischen Marken. Doch wie bei VW und Renault haben die meisten europäischen Konzerne Pläne in der Schublade, das zu ändern.

„Fiat sieht in Indien eindeutig als wichtigen Wachstumsmarkt“, sagt Fabio Calenzo von Eorumobiliare über den Eintritt Tatas in das Kontrollgremium des Turiner Autokonzerns. „Da ist es besser, mit einem starken Partner präsent zu sein.“

Fiat hat in den vergangenen zwei Jahren eine bemerkenswerte Trend-wende geschafft. Nicht zuletzt dank des drastischen Sparkurses von Fiat-Chef Sergio Marchionne hat der italienische Traditionskonzern nach insgesamt 8,5 Mrd. Euro Verlust zwischen 2001 und 2004 im vergangenen Jahr zum ersten Mal wieder einen Gewinn geschrieben. Nach Meinung von Analysten hat auch die Auto-Division mit Fiat, Alfa und Lancia im ersten Quartal des laufenden Jahres nach einer schwarzen Null im Vorquartal messbare Gewinne geschrieben. Besonders durch den Erfolg des Volumenmodells Grande Punto, zum Jahresstart das meistverkaufte Auto Europas, ging der Absatz von Januar bis März um 16 Prozent nach oben. Die Marke Fiat alleine setzte sogar fast ein Viertel mehr Autos ab. Dass der Boom wesentlich durch Instrumente der Absatzförderung wie Tageszulassungen getrieben ist, wird bei Fiat bestritten.

Nach der Trennung vom langjährigen Kooperationspartner General Motors spinnt Marchionne konsequent ein ganzes Netz von Allianzen (siehe: "Die jüngsten Allianzen" am Ende des Artikels). Anfang des Jahres hat das Unternehmen ein Abkommen mit dem russischen Industrieunternehmen Severstal bekannt gegeben. Severstal soll als ersten Schritt ab 2007 zwei PKW-Modelle produzieren. Zudem will Fiat in der Türkei mit der dortigen Firma Tofas und der französischen PSA Peugeot-Citroën ab 2008 einen gemeinsamen Transporter bauen.

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