Autoindustrie
Für Opel wird ab heute alles anders

Historischer Tag für Opel: Am Abend entscheidet eine hochkarätige Runde im Kanzleramt, wer die besten Chancen auf einen Einstieg beim angeschlagenen Autobauer hat. Zuvor berät der Aufsichtsrat, ob sich Opel aus dem Mutterkonzern General Motors lösen wird - nach 80 Jahren gemeinsamer Geschichte.

hz/rüd/HB BERLIN. Die lang ersehnte Eigenständigkeit ist für den Autobauer Opel in greifbare Nähe gerückt. Heute Vormittag entscheidet der Aufsichtsrat des Autobauers in einer außerordentlichen Sitzung über die rechtliche Abkoppelung des neuen europäischen Unternehmens von der angeschlagenen US-Mutter General Motors (GM). Dabei soll Kreisen zufolge grünes Licht für die Übertragung der Opelwerke im europäischen Ausland an die Adam Opel GmbH gegeben werden. Dieser Schritt ist Voraussetzung, damit das neue Unternehmen an den Start gehen kann.

Die Trennung von Opel und der Mutter GM, die unmittelbar vor der Insolvenz steht, ist nach Angaben des Opel-Gesamtbetriebsratschefs Klaus Franz bereits unterschriftsreif. Er habe das Dokument selbst gesehen, "das sieht sehr gut aus und läuft alles in die richtige Richtung", sagte Franz im ZDF. Wichtig sei, dass die Hängepartie bei Opel beendet werde.

Am Abend will die Regierung bei einem Spitzentreffen dann die Weichen für die Zukunft von Opel stellen. Dabei geht es unter anderem um die Bewertung der Konzepte der Interessenten. Offiziell geboten haben bisher der italienische Autobauer Fiat, der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und der US-Finanzinvestor Ripplewood über seine europäische Tochter RHJ.

Am Dienstagabend hatte sich noch überraschend der chinesische Daimler-Partner Beijing Automotive Industry Corp (BAIC) eingeschaltet und Interesse bekundet. Wie die Nachrichtenagentur Reuters aus Finanzkreisen zitiert, sehe das Angebot Garantien für alle deutschen Standorte über zwei Jahre und, entgegen den anderen Konzepten, keinen Stellenabbau in Deutschland vor.

Die Chinesen setzen damit die anderen Bieter unter Druck. Fiat-Chef Sergio Marchionne warb bei Merkel persönlich für sein Konzept und machte damit auf Magna und RHJ offenbar Boden gut. Er hoffe, dass bei der Entscheidung wirtschaftliche Aspekte den Ausschlag gäben und nicht politische, sagte Marchionne, der bis Mittwoch für weitere Gespräche in Berlin bleiben wollte. Die Opel-Beschäftigten favorisieren dagegen Magna.

An dem Treffen am Abend im Kanzleramt nehmen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auch die Regierungschefs der vier Bundesländer mit Opel-Standorten, GM-Europachef Carl-Peter Forster und ein Vertreter des US-Finanzministeriums teil. Bei den Gesprächen sollen zudem die Manager der Interessenten getrennt voneinander Rede und Antwort stehen.

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