Autoindustrie
IAA: Im Fernen Osten geht die Sonne auf

Die Autobranche ordnet sich neu. Ihr regionaler Schwerpunkt verschiebt sich nach Asien. Vor allem in China und Indien warten neue Wettbewerber auf den globalen Durchbruch. Das wird nicht ohne Folgen bleiben - auch für die etablierten Hersteller. Wie eine neue Weltordnung der Autoindustrie aussehen könnte.

FRANKFURT. Die beispiellose Absatzkrise der vergangenen Monate verschiebt das Machtgefüge in der weltweiten Autoindustrie nachhaltig. Während die Krise die etablierten Hersteller zu immer mehr Kooperation und Konzentration zwingt, verlagert sich der regionale Schwerpunkt der Branche nach Asien. Nur wer in China und Indien Fuß fasst, wird im kommenden Jahrzehnt global konkurrenzfähig bleiben, so der Tenor auf der IAA. Neue Partner und Allianzen entstehen.

Der Konzentrationsprozess in der Branche ist voll entbrannt. Doch der Einstieg von Fiat bei Chrysler sowie der sich dahin schleppende Verkauf der deutschen Tochter Opel durch den US-Autokonzern General Motors sind bislang nur der Auftakt der Konsolidierung.

Klangvolle Namen kommen unter den Hammer. Die GM-Tochter Saab geht an den Sportwagenbauer Koenigsegg. Auch die Ford-Tochter Volvo soll einen neuen Eigentümer bekommen. Noch laufen die Verkaufsgespräche, aber hartnäckig wird der chinesische Autobauer Geely als Favorit für einen Zuschlag gehandelt. Nach Jaguar und Land Rover wäre Volvo damit schon die zweite Edelmarke, die bei einem Konzern aus den Bric-Ländern landet. In Deutschland verliert Porsche seine Unabhängigkeit an Volkswagen. Alle diese Edelmarken wären unabhängig mittlerweile viel zu klein, um die enormen Entwicklungs- und Produktionskosten tragen zu können.

Auch in den etablierten Märkten formieren sich die Gewichte neu. In den USA kämpft neben dem Neustart von Chrysler im Schulterschluss mit Fiat auch der Konkurrent General Motors nach der Rückkehr aus einem Insolvenzverfahren um die eigene Wiedergeburt. Der Konzern wurde in einen guten und einen schlechten Teil zerschlagen und geht nun als verschlanktes Unternehmen in Staatsbesitz mit nur noch halb so vielen Marken wie zuvor - Chevrolet, Cadillac, GMC und Buick blieben übrig - sowie deutlich reduzierter Schuldenlast an den Start. In Europa wird der integrierte Porsche-VW-Konzern ein neuer Gigant, der weiter expandieren will. Offen liebäugelt VW-Chef Martin Winterkorn bereits mit einer Zusammenarbeit mit dem japanischen Autobauer Suzuki.

Die Unternehmensberatung Deloitte geht davon aus, dass im Jahr 2020 nur noch zehn Hersteller 90 Prozent des Weltmarktes abdecken - derzeit sind es noch fast doppelt so viele. "Sicher ist: Die Branchenkonsolidierung setzt sich fort und sparten- und länderübergreifende Kooperationen werden eine wichtigere Rolle spielen", sagt Deloitte-Experte Hans Rudolf Röhm. Zwar wachse der weltweite Automarkt im kommenden Jahrzehnt von derzeit rund 50 auf 70 Millionen Autos, so Deloitte. Doch diese Fahrzeuge werden klein und energieeffizient sein und vornehmlich in Asien produziert.

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