Autoindustrie
Magna macht bei Opel jetzt Ernst

Der designierte neue Opel-Eigner Magna verliert keine Zeit. Der Zulieferer will noch 2009 mit dem Sanierungsprogramm starten. Dazu gehört, dass rund 4 500 Jobs in Deutschland zur Disposition stehen, darunter 1 600 in Verwaltung und Vertrieb. Der Eindruck, dass Magna sein Restrukturierungsprogramm nun verschärft, täuscht: Die Pläne sind lange bekannt.

FRANKFURT. Der designierte neue Opel-Eigner Magna verliert keine Zeit. Der austro-kanadische Zulieferer will noch im laufenden Jahr mit dem geplanten Sanierungsprogramm beim Autobauer starten. Alle Restrukturierungsmaßnahmen seien dieses und nächstes Jahr durchzuführen, heißt es in einem internen Papier. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sollen noch diese Woche aufgenommen werden. Magna-Co-Chef Siegfried Wolf wird sich voraussichtlich am Montag zu seinen Plänen äußern.

Nach internen Unterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen, plant Magna in Deutschland rund 2 800 Stellen in der Produktion und weitere 1 600 Stellen in Verwaltung und Vertrieb, die ebenfalls großteils in Deutschland beheimatet sind, zu kappen. Das steht in dem 25-seitigen Konzept, dass der Zulieferer dem Bund bereits am 17. Juli übergeben hatte. Die deutsche Politik und die Opel-Betriebsräte wissen also bereits seit Monaten von den Kürzungsplänen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) betonte, er habe bereits im Frühjahr darauf hingewiesen, dass neben einem Stellenabbau in der Produktion auch in der Verwaltung Arbeitsplätze wegfallen. Die IG Metall forderte Magna auf, Arbeitsplatzzusagen einzuhalten. Doch der Eindruck täuscht, dass der Zulieferer nach der Grundsatzentscheidung von GM nun sein Restrukturierungsprogramm verschärft.

Die Zahlen für Deutschland sind bereits in den bekannten Planzahlen für Europa enthalten, die die Streichung von 10 560 Jobs vorsehen. Neben Einschnitten in der Verwaltung, die aber auch die GM-Zentrale in Zürich trifft, muss Bochum laut mit einer Reduktion des Personalbestands um rund 2 000 Jobs den Großteil der Lasten in Deutschland tragen. In Rüsselsheim stehen demnach 700 Arbeitsplätze auf der Kippe und in Kaiserslautern 283 Stellen. Eisenach kommt ohne Personalabbau aus.

GM hatte sich nach monatelangem Ringen vergangenen Donnerstag grundsätzlich dafür entschieden, 55 Prozent der Anteile am deutschen Autobauer Opel an ein Konsortium aus Magna und der russischen Sberbank zu verkaufen. Magna war der Wunschkandidat der deutschen Politik, die bereits Ende Mai mit einem Überbrückungskredit von 1,5 Mrd. Euro die Zwischenfinanzierung von Opel finanziert hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zusagt, dass Deutschland die insgesamt von Magna benötigten 4,5 Mrd. Euro Staatshilfe vorstrecken werde.

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