Autoindustrie nicht Schuld an der hohen Feinstaubbelastung in Großstädten
Nachrüst-Rußfilter bei VW, Audi, Mercedes und BMW

Die Autobauer Volkswagen und Daimler-Chrysler wollen vom Herbst an Rußpartikelfilter zum Nachrüsten älterer Dieselfahrzeuge anbieten und auch bei BMW wird es einem Nachrüstsatz geben.

HB WOLFSBURG/STUTTGART. Das kündigten die Unternehmen am Freitag an. VW wies zugleich den Vorwurf zurück, dass die deutsche Autoindustrie die Hauptschuld an der hohen Feinstaubbelastung in Großstädten trage. Die Pkw-Branche sei für weniger als 10 Prozent des Feinstaubs verantwortlich, sagte VW-Vertriebsvorstand Georg Flandorfer am Freitag am Rande der Automesse in Leipzig.

Wie ein VW-Sprecher in Wolfsburg erläuterte, könnten mit dem Nachrüstangebot europaweit mehr als sechs Millionen Autos, die in den vergangenen Jahren zugelassen wurden, sauberer werden. „Dies ist ein wirklich wirksamer Schritt gegen die Umweltbelastung. Wir greifen dort an, wo es sofort spürbare Verbesserungen geben wird“, erklärte VW-Chef Bernd Pischetsrieder.

Die Filterwirkung durch die Nachrüstung liegt nach Worten des VW- Sprechers zwischen 50 und 70 Prozent. Die Bandbreite für das Nachrüstangebot reiche vom Polo über den Golf IV und Golf V, Bora, Touran, Caddy, New Beetle und den Passat der fünften Generation bis zum Sharan und zum aktuellen Multivan sowie dessen Vorgängermodell.

Auch Daimler-Chrysler bringt ab Herbst 2005 für Modelle der Marke Mercedes-Benz einen Rußpartikelfilter zum Nachrüsten auf den Markt. Diese Technik werde zunächst für die C- und E-Klasse angeboten, teilte der Automobilhersteller am Freitag mit. Im Gegensatz zum Wettbewerb sei das eigenentwickelte System wartungsfrei und funktioniere ohne den Zusatz von Additiven. Falls es eine steuerliche Förderung für die Nachrüstung älterer Fahrzeuge gebe, werde "die Lösung für die Kunden von Mercedes-Benz kostengünstig sein", hieß es weiter. Den genauen Preis nannte der Konzern auch auf Nachfrage nicht.

Im März hatte Daimler-Chrysler angekündigt, alle Diesel-Pkw von der A- bis zur S-Klasse ab Sommer 2005 in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz serienmäßig mit Rußfiltern auszurüsten. In Summe seien dies 30 Modelle.

BMW will bis 2006 alle Dieselmodelle serienmäßig mit Partikelfiltern ausstatten. "Parallel wird BMW Nachrüstlösungen für bereits im Markt befindliche Modelle anbieten", teilte der Automobilhersteller am Freitag in München mit. Seit März 2004 würden Partikelfilter bei der 5er-Reihe zum Einsatz kommen, inzwischen sei dies auch beim 3er und 7er der Fall. Im laufenden Jahr sollen der 1er sowie der X3 und 2006 der X5 hinzukommen. Bislang habe BMW insgesamt rund 140.000 Dieselfahrzeuge mit serienmäßigem Partikelfilter produziert.

Mit Blick auf die Diskussion über die EU-Feinstaubverordnung müssten nach Ansicht des Konzerns jedoch auch die übrigen Emittenten einen Beitrag leisten, damit in Zukunft die vorgegebenen Grenzwerte unterschritten werden können. "Die Automobilindustrie geht deshalb davon aus, dass auch für die anderen Emittenten von Feinstaub - zum Beispiel kommunale Müllverbrennungsanlagen oder auch Heizanlagen - entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden", hieß es in München.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%