Autoindustrie
Peugeot will 10 000 Stellen abbauen

Für die französischen Autokonzerne PSA Peugeot-Citroën und Renault stehen beim Autosalon in Paris wirtschaftliche Probleme statt neuer Modelle im Vordergrund. PSA, Europas zweitgrößter Autohersteller, legte die Details seines Sparplans vor, der zum Großteil aber bereits angekündigte Maßnahmen enthält.

PARIS/FRANKFURT. Auffälligster Punkt ist die Absicht, innerhalb eines Jahres rund 10 000 Stellen in der Produktion zu kürzen. Dies soll dadurch erreicht werden, dass Peugeot wie angekündigt Zeitarbeitsverträge nicht verlängert und Stellen nicht wiederbesetzt, die durch Verrentung frei werden. Allein 2 300 Stellen fallen ferner durch die im April angekündigte Schließung des britischen Werkes in Ryton weg.

Neu ist, dass der Konzern seine jährlichen Investitionen von drei auf 2,5 Mrd. Euro kürzen will. Die Vorbereitung der Zukunft, sprich, neuer Modelle, soll dadurch indes nicht leiden, da PSA die Effizienz seiner Forschung um 15 Prozent verbessern will. Dies soll sich in kürzeren Entwicklungszeiten ausdrücken. Die weiteren Elemente des Plans, wie der Verzicht auf eine zweite Produktionslinie im slowakischen Werk in Trnava (Einsparung: 200 Mill. Euro) sowie die Erweiterung des Angebots um sechs neue Fahrzeugtypen (u.a. Geländewagen) sind bekannt. Ob der scheidende PSA-Chef Jean-Martin Folz mit seinem Programm die Märkte überzeugen kann, darf bezweifelt werden.

Doch nicht nur PSA, auch Konkurrent Renault steht vor einem schweren Heimspiel. Wenn sich am Donnerstag die Pforten des Pariser Autosalons für die Fachwelt öffnen, werden auch die funkelnden Fassaden der Messestände von PSA und Renault nicht darüber hinwegtäuschen können, dass die beiden Gastgeber mit Problemen kämpfen: Blendet man die Aktivierung der Forschungsausgaben aus, verdienen PSA und Renault mit ihren Autos weniger als ein Prozent vom Umsatz. Die Konkurrenz hat die französischen Autobauer eingeholt.

Schon vor der Veröffentlichtung des Aktionsplans von Peugeot-Citroën waren die Erwartungen nicht hoch: „Folz wird vor seinem Weggang keine langfristigen Schritte mehr einleiten“, sagte zum Beispiel Thierry Huon vom Broker Exane BNP Paribas. Bei Renault wiederum stehen die Allianz-Gespräche mit dem US-Riesen General Motors im Fokus. Angesichts offensichtlicher Zurückhaltung auf GM-Seite rechnen Experten aber höchstens mit einer begrenzten Zusammenarbeit, etwa bei bestimmten Modellen.

PSA steht vor einem Berg von Problemen. Neben der ungelösten Nachfolgefrage – der 59-jährige Folz scheidet im Januar 2007 auf eigenen Wunsch vorzeitig aus – verhagelten dem Unternehmen ein Bestechungsskandal beim konzerneigenen Zulieferer Faurecia, ein Ergebniseinbruch um 60 Prozent sowie mehrere Gewinnwarnungen die Laune.

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