Autoindustrie
Rabatte auf Neuwagen steigen

Wer jetzt ein Auto kaufen will, kann sich freuen. Die Rabatte für Neuwagen liegen bei knapp 20 Prozent. Einige Hersteller gewähren sogar 30 Prozent. Welche Hersteller die höchsten Abschläge gewähren.
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DüsseldorfDie tatsächlich im deutschen Markt von den Herstellern erzielten Preise für Neuwagen liegen nach dem Rabatt-Index der Universität Duisburg-Essen im Schnitt mehr als 18 Prozent unter den offiziellen Preistafeln der Autobauer. Das zeigt eine noch unveröffentlichte CAR-Studie, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

„So groß war der Abstand zwischen Listenpreis und tatsächlichem Transaktionspreis seit der Einführung unserer Rabattmessung noch nie“, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, Chef des CAR. Die Gründe für den Preissturz sind unterschiedlich. Spitzenreiter ist der italienische Konzern Fiat, der unter der schwachen Nachfrage in Südeuropa leidet. Auf den Kleinwagen Panda gewährt Fiat den Kunden 32 Prozent Preisnachlass.

Mehr als 30 Rabatt gibt der französische Hersteller Citroen auf seinen Kleinwagen C1. Der Mutterkonzern PSA leidet unter Überkapazitäten in Europa, muss Tausende Jobs abbauen. Doch selbst der deutsche Premiumhersteller BMW, der Rekordzahlen schreibt, räumt im Rahmen eines Leasingprogramms mehr als 30 Prozent Rabatt auf die 3er Serie ein, getrieben vom Modellwechsel des Bestsellers.

Eine Trendwende zeichnet sich nicht ab. Dabei bedroht der Preiskampf die Profitabilität des deutschen Automarktes. Die hohen Rabatte haben aus Sicht von CAR teure Folgen: Hersteller und Handel nehmen „sehr schlechte Margen im Oktober und in den Folgemonaten“ in Kauf, sagte Dudenhöffer. Der deutsche Automarkt stecke in der Preis- und Rabattfalle – und das trübe die Ergebnisse der Unternehmen auf dem wichtigsten Markt Europas im vierten Quartal deutlich ein.

Da die anderen großen europäischen Automärkte Frankreich, Italien und England bereits rückläufig seien und sich die Entwicklung aufgrund der staatlichen Sparprogramme und der konjunkturellen Eintrübung im nächsten Jahr nicht ändern dürfte, erwartet Dudenhöffer auch für 2012 schlechtere Margen in Europa.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur

Kommentare zu " Autoindustrie: Rabatte auf Neuwagen steigen"

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  • Die hohen Rabatte ??

    Warum ist das so? Ganz Einfach! In Deutschland hat der Normalbürger die letzten 10 Jahre (seit Euro einführung!!) keine Lohnerhöhung bekommen.Vieleicht gerade mal den Inflationsausgleich.Autos sind ganz klar viel zu teuer.Firmen kaufen die meisten Autos selber weil sie nur noch über Rabatte Tageszulassungen usw.. ihre Fahrzeuge an den Privatmann kriegen.Ich habe mein Kaufverhalten ganz einfach an die Lohnerhöhung angepasst. Kaufe nur noch Autos die 2-3 Jahre alt sind und fahre diese Kisten Wagen bis nix mehr geht.(Nach 3 Jahren haben dies Fahrzeuge Kaufmänniche Rechnung meinerseits den grössten Wertverlust hinter sich und fahren genau so wie neue!)Allen anderen viel Spass beim Geld aus dem Fenster werfen. (Weil eins habe ich im Leben gelernt!. Autos sind nur reine Objekte des absurden Wertverlustes in kürzester Zeit.)

    mfg

    Langer

  • @mark: Danke für die Richtigstellung. Bei "Prämienmarken" dachte ich zuerst an ein Rabattmarkenheft aus dem Tante-Emma-Laden. :))
    Allerdings sind ein paar Unzen Gold nun wirklich nicht das Schlechteste, auch wenn man nach dem Crash allein damit nicht zu den oberen Zehntausend gehören wird. Gold und Silber betrachte ich als einen anonymen Wertspeicher, auf den niemand außer mir Zugriff hat. Bei Bargeld und Immobilien sieht die Sache ganz anders aus.

  • Wieder ein Eichelburg Jünger der glaubt bei einer Finanzmarkt-Katastrophe plötzlich mit ein paar Unzen Gold zu den oberen 10000 zu gehören. Das heißt übrigens "Premium-Marken" Du Finanzgenie :-)

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