Autoindustrie
VW rettet Porsche aus Finanzklemme

Volkswagen hat seinen Hauptaktionär Porsche bereits im März mit einem Kredit von über 700 Millionen Euro vor einem schweren finanziellen Engpass bewahrt. Das wurde am Wochenende bekannt. Damit wird deutlich, dass die finanzielle Lage beim Sportwagenbauer offenbar ernster ist als öffentlich zugegeben.

STUTTGART/HAMBURG. Porsche hat sich mit dem Plan übernommen, drei Viertel an VW zu übernehmen, und sitzt nun auf neun Milliarden Euro Schulden. Die Insolvenz habe dem Unternehmen jedoch nicht gedroht, betonte ein Konzernsprecher.

Nun soll Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden. Dafür müsse Porsche aber zunächst seiner Kreditklemme entgehen, fordert VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Großaktionär Ferdinand Piëch.

Einen Teilerfolg hat der Sportwagenbauer Ende der Woche erzielt. Porsche sicherte sich bei der Bank of Tokyo einen weiteren Kredit über 750 Mio. Euro, hieß es in Finanzkreisen. Das Unternehmen benötigt jedoch dringend weitere 1,75 Mrd. Euro und spricht nach eigenen Angaben mit mehreren Banken. Darunter ist auch die staatliche Förderanstalt KfW. Daneben will Porsche Staatshilfe von Baden-Württemberg.

Die Gespräche, aus VW und Porsche einen "integrierten Automobilkonzern" zu bilden, sollen rasch wieder anlaufen. "In dieser Woche muss auf Vorstandsebene etwas passieren", sagte ein Insider dem Handelsblatt. Verhandlungskreise bezweifeln aber, dass eine Einigung mit VW noch unter Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter möglich ist. "Die standen kurz vor der Ablösung", hieß es.

Für den Kredit von VW muss Porsche nicht nur marktübliche Zinsen zahlen. Die Eigentümerfamilien verpfändeten zudem Anteile an ihrer Salzburger Vertriebsholding als Sicherheit.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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