Autokauf auf Pump: Opel hofft auf Rückenwind

Autokauf auf Pump
Opel hofft auf Rückenwind

Opel geht mit einem neuen Finanzdienstleister auf Kundenfang. Die Opel Financial Services soll den Autokauf auf Pump bei dem Hersteller attraktiver machen. Finanzvorstand Lohscheller erhofft sich Rückenwind auf dem hart umkämpften Markt Europa.
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Rüsselsheim/HamburgOpel kann den Absatz künftig durch einen eigenen Autofinanzierer ankurbeln. Der zum amerikanischen Mutterkonzern General Motors gehörende Finanzarm ermögliche es, europaweit Finanzierungen und Leasing zu besonders günstigen Bedingungen anzubieten, teilte der Autobauer am Montag in Rüsselsheim mit. Bislang hatte Opel diese Möglichkeit nicht, weshalb sich Kunden oftmals für Offerten der Konkurrenz entschieden. „Die Gründung von Opel Financial Services Anfang April war ein sehr wichtiger Schritt für unsere Marke und unsere Produktoffensive“, betonte Opel-Finanzvorstand Michael Lohscheller.

GM hatte im vergangenen Jahr für 4,2 Milliarden Dollar Teile des verstaatlichten US-Autofinanzierers Ally zurückgekauft, um damit unter anderem seiner angeschlagenen Europa-Tochter unter die Arme zu greifen. Das Unternehmen Ally, das bis vor wenigen Jahren als Sparte GMAC zum Konzern gehörte, will sich auf die USA konzentrieren und hat bereits Töchter in Kanada und Mexiko verkauft. GM hatte GMAC im Jahr 2006 mehrheitlich an den Finanzinvestor Cerberus veräußert. Mit dem Rückkauf hat Opel wieder eine Banklizenz in Deutschland.

Die Opel-Händler begrüßten die Transaktion: „Für uns ist das ein ganz entscheidender Pluspunkt in Sachen Wettbewerbsfähigkeit“, sagte der Vorsitzende des europäischen Opel-Händlerverbandes, Jaap Timmer. Autobauer können ihren Absatz fördern, indem ihre Finanztöchter günstige Kredite und Leasingverträge anbieten. Im Branchenschnitt finanzieren etwa die Hälfte aller Käufer ihre Autos über solche Angebote.

Den Wert der Investition in das europäische Finanzierungsgeschäft durch die Konzernmutter bezifferte Opel mit 1,7 Milliarden Dollar. GM hatte kürzlich Ausgaben in Höhe von vier Milliarden Euro angekündigt, die bis 2016 reichen sollen, um das Europa-Geschäft mit Opel und der Schwestermarke Vauxhall auf Kurs zu bringen. Ein Großteil der Summe soll in neue Modelle und Motoren gesteckt werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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