Autokonjunktur erholt sich nur schleppend
Ford erhöht Produktion von "Focus"

Der Autokonzern Ford erhöht wenige Monate vor dem geplanten Start seines neuen Kompaktautos „Focus“ wegen einer steigenden Nachfrage nach dem Vorgängermodell europaweit die Produktion. Von den Kompaktmodellen erhofft sich Ford einen Umsatzschub.

HB KÖLN. „Überraschenderweise läuft gerade der Alte gut“, sagte ein Sprecher der Kölner Ford Werke AG am Dienstag in Köln. Die deutsche Tochter des US-Konzerns heizt den Verkauf des Focus seit Ende vergangenen Jahres durch die Modellvariante „Viva“ an, deren Preis gegenüber dem Serienmodell „Ambiente“ nach Konzernangaben um fast 700 Euro auf 13 990 Euro gesenkt wurde. Außerdem enthält der Viva eine Sonderausstattung aus Klimaanlage, Radio und Zentralverriegelung mit Funksteuerung, für die der Käufer sonst 2820 Euro bezahlen muss. Mit Sondermodellen wie dem Viva kurbeln die Autohersteller regelmäßig gegen Ende des Lebenszyklus eines Modells den Verkauf noch einmal an.

Der neue Focus, mit dem die Kölner Ford Werke AG Hoffnungen auf die Rückkehr in die Gewinnzone verbinden, soll im Herbst auf den Markt kommen. Nach dem neuen Golf V von Volkswagen und dem Astra-Modell von Opel, die bereits seit vergangenen Oktober beziehungsweise diesen März verkauft werden, kommt dann das dritte Modell dieser Fahrzeugklasse in die Händlerräume, von der wegen der hohen Stückzahlen Impulse für die Pkw-Nachfrage erwartet werden. Allerdings erholt sich die Autokonjunktur bislang nur schleppend. Opel hatte den Astra deshalb bereits vor Markteintritt mit einem „Frühbucherrabatt“ angepriesen und den Preiskampf in der Kompaktklasse damit angeheizt. Daraufhin zog Volkswagen mit einer kostenlosen Klimaanlage für den neuen Golf nach.

Wegen der steigenden Nachfrage vor allem nach dem Focus erhöht Ford jetzt die Produktion in seinen europäischen Werken um mehr als 34 000 Fahrzeuge von 1,55 Millionen Einheiten im vergangenen Jahr. Die Nachfrage komme vor allem aus der Türkei und Osteuropa, erläuterte ein Firmensprecher.

Der größte Teil der Produktionssteigerung entfällt seinen Angaben zufolge mit 11 200 zusätzlichen Fahrzeugen auf die Modelle Focus und Focus C-Max. Die Fiesta- und Fusion-Produktion werde um 7500 Fahrzeuge wachsen. Vom Mondeo sollten 5 000 Einheiten zusätzlich gefertigt werden. Zudem sollten 7 000 Transit Connect mehr von den Bändern rollen, da auch die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen von Ford anziehe.

Der Fiesta und der Fusion aus dem Werk Köln sind den Angaben zufolge zu 85 Prozent für den Export in 52 Länder bestimmt. 71 Prozent aller in Saarlouis produzierten Autos der Modelle Focus und C-Max würden in 80 Länder exportiert. In beiden Werken können nach Unternehmensangaben jeweils bis zu 400.000 Autos jährlich hergestellt werden. Ford hat in Köln rund 19.200 Mitarbeiter, in Saarlouis 7100.

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