Autokonzern bereitet Investoren auf neue Millionenbelastungen vor
BMW fürchtet neue Belastungen

Der bayerische Autokonzern BMW stellt sich wegen wachsender Probleme im Leasinggeschäft auf weitere Rückstellungen im zweiten Halbjahr ein. "Wir können nicht ausschließen, dass wir die Risikovorsorge in der zweiten Jahreshälfte noch einmal aufstocken müssen", sagte BMW-Finanzchef Michael Ganal dem Handelsblatt.

MÜNCHEN. Neben den bekannten Schwierigkeiten in den USA mit unter Druck stehenden Restwerten bei Leasingfahrzeugen habe sich "insbesondere die Situation in Großbritannien, Italien und Spanien eingetrübt". Das Ziel von BMW einer Umsatzrendite von mindestens vier Prozent im laufenden Jahr sei aber nicht gefährdet.

Der Autokonzern bereitet seine Investoren damit auf neue Millionenbelastungen vor. Die Bayern hatten bereits bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mit einer Gewinnwarnung negativ überrascht und ihre Rückstellungen auf knapp 700 Millionen Euro erhöht. Doch mit den jüngsten Aussagen von Ganal wird immer mehr zur Gewissheit, dass auch diese höhere Risikovorsorge noch nicht das Ende der Fahnenstange sein wird. Denn der Negativtrend aus den USA schwappt offensichtlich auch nach Europa über. So brachen im August wichtige europäische Automärkten wie Spanien und Großbritannien regelrecht ein - und bringen damit die Restwerte der Leasingfahrzeuge weiter unter Druck, deren Rücknahmepreise vielfach vom Hersteller bei Vertragsabschluss garantiert werden.

Der Münchener Konzern hatte in den vergangenen Jahren sowohl sein Leasing- als auch das Finanzierungsgeschäft besonders stark ausgebaut. Nicht zuletzt um aufstrebende Konkurrenten wie Audi auszubremsen, habe BMW in den USA aggressiv mit günstigen Leasingkonditionen um Kunden geworben, sagte Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Dabei haben die Bayern offenbar mit hohen Restwerten kalkuliert, um die Leasingraten niedrig zu halten. Das Volumen an Leasingvermögen und Finanzierungsforderungen entspricht bei BMW fast einem Jahresumsatz und repräsentiert einen Anteil von fast 60 Prozent der Bilanzsumme.

Die gegenwärtige Schwächephase wird nach Ansicht von Ganal auch im kommenden Jahr noch nicht überwunden sein. "Aus heutiger Sicht wird 2009 für die Automobilindustrie erneut ein sehr anspruchsvolles Jahr. Wir werden aber auch in dieser schwierigen Situation ein gesundes Unternehmen bleiben", betonte der BMW-Finanzchef. Experten hatten zuletzt sogar rote Zahlen im kommenden Jahr bei den Bayern nicht mehr ausgeschlossen. Rückenwind von der Währungsseite erwartet Ganal allerdings trotz des zuletzt gestiegenen Dollarkurses nicht. "Ich gehe davon aus, dass wir auch 2009 von der Währungsseite her vor Herausforderungen stehen."

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