Autokonzern
BMW erreicht die Kapazitätsgrenze

Erneut kann BMW die Konkurrenz von Daimler und Audi auf Distanz halten. Doch um die Führungsrolle zu behaupten, müssen die Münchener kräftig investieren. 2013 wird zum Schicksalsjahr für die Konzernstrategie.
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Düsseldorf/MünchenAn die Tabellenführung ist man in München mittlerweile gewöhnt. Nicht nur der FC Bayern dreht einsam seine Runden an der Spitze der Fußball-Bundesliga, auch der Autobauer BMW beherrscht seit Jahren die Konkurrenz – und das obwohl die Konkurrenz aus Ingolstadt und Stuttgart bis 2020 die Spitze zurück erobern will. Auch für 2012 kann BMW im Dreikampf mit Audi und Daimler neue Bestwerte vorlegen. Im vergangenen Jahr hat der Konzern so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Weltweit wurden 1,85 Millionen Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce ausgeliefert. Das waren fast elf Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2011.

„Wir haben alle unsere Ziele für 2012 in einem herausfordernden Marktumfeld erreicht oder teilweise übertroffen“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer am Donnerstag. Der Konzern kann sich auf seine Stärken verlassen. 1,54 Millionen BMWs lieferte der Konzern aus – 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Audi kommt bei der Kernmarke auf 1,46 Millionen verkaufte Fahrzeuge, Mercedes auf 1,34 Millionen.

Infografik

Umsatz der BMW Group

in den Jahren 2002 bis 2012 (in Millionen Euro)

Auch in der Kompaktklasse ist BMW im Vergleich zur Konkurrenz gut aufgestellt. Die Verläufe des BMW 1er haben im vergangenen Jahr um 28,6 Prozent auf fast 230.000 zugelegt, auch der Dreier beherrscht seine Klasse mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent auf rund 407.000 verkaufte Fahrzeuge. Die Konzerntochter Mini verkaufte erstmals mehr als 300.000 Autos und legte damit ein Plus von 5,8 Prozent hin. Vor allem der klassische Mini Cooper verkauft sich weiterhin gut.

Im absoluten Luxussegment ist BMW mit der Übernahme von Rolls-Royce ein Glücksgriff gelungen. Während Konkurrent Daimler seine Pläne mit Maybach mittlerweile aufgegeben hat, kann die britische BMW-Tochter ihre Position als Marktführer im Luxusklasse-Segment verteidigen. Mit 3.575 verkauften Fahrzeugen hat der britische Nobelhersteller erneut leicht zugelegt. Der neue „Wraith“, den Rolls-Royce vor wenigen Wochen in Genf vorgestellt hat, soll die Umsätze auch im Jahr 2013 ankurbeln.

Die hohe Nachfrage hat das Unternehmen an die Kapazitätsgrenze geführt. Die Auslastung der Werke beträgt mehr als 100 Prozent, Sonderschichten sind der Regelfall. Schon im vergangenen Jahr wurden 5.500 neue Mitarbeiter eingestellt, davon 3.500 in Deutschland. In Brasilien und Russland will BMW neue Werke errichten.

Auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet Reithofer mit einem steigenden Absatz. Und bis 2016, zum 100-jährigen Jubiläum des Unternehmens will BMW die Verkäufe auf über zwei Millionen Fahrzeuge steigern. Auch 2020 soll das Unternehmen der führende Premiumanbieter sein. Im Gegensatz zur Konkurrenz von Audi und Daimler setzen die Münchener dabei vor allem auf eine Technologie, die hierzulande bisher noch ein Schattendasein in der Zulassungsstatistik spielt: das Elektroauto.

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  • Im Absatz der "Kernmarke" Audi sind 123.750 Kleinwagen der Marke A1 enthalten, ein reines VW Polo Derivat. Ein Vergleich der "Namen" ist daher nicht zulässig. Ohne den Kleinwagen betrug der Absatz von Audi in 2012 1.333.456. Der Rückstand zu BMW (ohne Kleinwagen Mini) beträgt 210.204 Fahrzeuge. Und der Fahrzeugmix ist bei BMW und auch bei Mercedes deutlich hochwertiger als bei Audi.

  • Bei dem Vergleich mit Bayern München hätte man bei der Aussage "Bayern München dreht an der Spitze einsam seine Runde" pietätvoll hinzufügen sollen "in diesem Jahr"!
    In den vorangegangenen zwei Jahren war es nun mal Borussia Dortmund.

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