Autokonzern General Motors
Opel-Werk in Portugal droht Aus

Die Belegschaft des Autokonzerns General Motors kommt in Europa nicht zur Ruhe. Ihnen drohen neue Einschnitte, denn das Opel-Werk im portugiesischen Azambuja könnte den Sparplänen des Managements zum Opfer fallen.

HB FRANKFURT. „Jeder ist sich des Worst-Case-Scenarios bewusst, dass diese Produktionsstätte geschlossen werden könnte“, sagte ein Sprecher von GM Europe am Dienstag. Derzeit suche das Management aber nach Lösungen, um das Werk mit 1100 Beschäftigten zu erhalten. „Wir hoffen, es gibt eine“, fügte er hinzu. Eine Entscheidung soll bis Mitte Juni fallen.

GM Europe hatte zuvor mitgeteilt, dass die Kosten in Azambuja, wo der Konzern den Kastenwagen Opel „Combo“ herstellt, einer Studie zufolge deutlich über denen anderer Standorte lägen. So seien die Fertigungskosten dort um 500 Euro pro Auto höher als an anderen möglichen Produktionsstandorten.

GM-Europe-Betriebsratschef Klaus Franz hegt starke Zweifel an der heute veröffentlichten Analyse des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM). "Ich bezweifle diese Zahlen absolut", sagte Franz der Wirtschaftswoche. "Das sind politische Zahlen und der Versuch, die Spekulationen über eine mögliche Werksschließung weiter zu schüren." Die Produktivität am Standort Azambuja sei in den vergangenen drei Jahren bereits signifikant verbessert worden, sagte Franz, "wir haben umgehend angefragt, detaillierten Einblick in die Studie zu erhalten." Ob GM das Werk schließen will oder mit der Kostenanalyse den Druck für die bevorstehenden Verhandlungen erhöhen wolle, konnte Franz nicht sagen. „Wir stellen uns auf alles ein“, erklärte der leidgeprüfte Arbeitskämpfer.

Das Opel-Werk in Azambuja gilt schon seit längerem als gefährdet. Vor drei Wochen hatte GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster in einem Interview bereits gesagt, das portugische Werk müsse "stärker auf Profitabiliät getrimmt" werden.

Erst vor wenigen Wochen hatte GM die Streichung von rund 900 Stellen im nordenglischen Astra-Werk Ellesmere Port verkündet. Von drei Produktionsschichten soll dort eine komplett wegfallen. „Unsere Branche kann es sich schlicht nicht leisten, die kontinuierliche Verbesserung der Produktivität in den westeuropäischen Werken zu stoppen“, hatte GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster die Marschroute für die nächsten Jahre vorgegeben. Der US-Konzern hatte auf dem europäischen Kontinent in den vergangenen zwei Jahren bereits ein massives Sparprogramm durchgesetzt. Der Löwenanteil der 12 000 weggefallenen Stellen war dabei auf die deutsche Tochter Opel entfallen.

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