Autokonzern hofft auf besseres Rating
Daimler-Chrysler erwägt Verkauf von Immobilien

Der Automobilkonzern Daimler-Chrysler stellt seinen umfangreichen Immobilienbesitz auf den Prüfstand und erwägt den Verkauf von Gebäuden und Grundstücken.

HB FRANKFURT. „Unser gesamter Immobilienbesitz wird überprüft“, sagte Daimler-Chrysler-Vorstand Rüdiger Grube am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt. Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, welche Richtung das Unternehmen einschlagen werde. Der Wert des Immobilienvermögens des deutsch-amerikanischen Konzerns wird im Geschäftsbericht für 2004 mit knapp 21 Milliarden Euro angegeben.

Ein Konzernsprecher sagte, die Überprüfung ziele auf eine Steigerung der Effizienz und eine Optimierung des Portfolios. Gegenstand der Analyse sei das nicht zum Kerngeschäft gehörende Immobilienvermögen. Pläne zum Verkauf und zur anschließenden Wiederanmietung etwa von Produktionsanlagen (Sale-and-lease- back) gebe es nicht.

Anders Großkonzerne wie die Deutsche Telekom haben sich schon vor Jahren von Teilen ihres nicht betriebsnotwendigen Immobilienbestandes getrennt. Sie vermarkten Liegenschaften und Gebäude mit professionellen Immobilienunternehmen an Dritte.

Daimler-Chrysler will sich auf das Automobilgeschäft konzentrieren, leidet derzeit aber unter Verlusten der ehemals hochprofitablen Pkw-Sparte Mercdes Car Group. Vor wenigen Wochen hatte Daimler-Chrysler den Verkauf der Flugzeugleasingfirma Debis AirFinance bekanntgegeben und den Großdieselmotorenhersteller MTU Friedrichshafen zum Verkauf gestellt. Die gut 30-prozentige Beteiligung am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will der Konzern aus steuerlichen und strategischen Gründen mittelfristig halten.

Vorstandsmitglied Grube bekräftigte, dass der Konzern eine Verbesserung seiner Bonitätsbewertung durch die Ratingagenturen anstrebt. „Wir wollen ein besseres Rating“, sagte er.

Die Bonität der Konkurrenten General Motors und Ford war zuletzt von der Ratingagentur Standard & Poor's auf spekulatives Niveau (“Junk“) herabgestuft worden. Für die Konzerne bedeutet dies höhere Kosten bei der Beschaffung frischer Finanzmittel.

Die Bonität von Daimler-Chrysler wird von den Ratingagenturen deutlich besser als von Ford oder General Motors eingeschätzt. An der Börse wurden die Daimler-Chrysler-Aktien mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 33,27 Euro gehandelt.

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