Autokonzern
Hyundais Absatzziel stößt auf Skepsis

Neue Modelle, aggressive Ziele - der koreanische Autokonzern Hyundai verschärft den Angriff auf die Konkurrenz. Südkoreas größter Autokonzern, zu dem außer Hyundai auch die Marke Kia zählt, will im neuen Jahr sein Wachstum weiter beschleunigen. Experten sehen die ehrgeizigen Ziele skeptisch - und auch die Börse in Seoul reagierte mit einem Kursrutsch.

hz FRANKFURT. Erstmals sollen weltweit 4,8 Millionen Fahrzeuge verkauft werden, davon allein 3,1 Millionen der Marke Hyundai, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im abgelaufenen Jahr waren es konzernweit noch 3,97 Millionen Autos - Hyundai plant damit einen Wachstumssprung von etwa 21 Prozent. Experten sehen die ehrgeizigen Ziele allerdings skeptisch. Denn der zweitwichtigste Markt der Koreaner ist der US-Automarkt - und der steuert 2008 wegen Immobilienkrise und Konjunktursorgen auf sein schwächstes Jahr seit zehn Jahren zu. Die Börse reagierte auf den Wachstumsplan deshalb mit Skepsis: Die Hyundai -Aktie verlor in Seoul mehr als vier Prozent.

Anleger und Analysten bewerteten die Pläne von Hyundai in ersten Reaktionen als möglicherweise überambitioniert. "Nach Einschätzung der meisten Broker dürfte es für Hyundai schwierig werden, in diesem Jahr mehr als drei Millionen Autos zu verkaufen", sagte Branchenexperte Kim Byung Kuk von Daishin Securities. Vor allem der US-Markt sei wegen der dortigen Immobilienkrise 2008 ein Problem. Allerdings habe Hyundai die Chance, besser als die drei großen US-Rivalen GM, Ford und Chrysler davonzukommen, wenn sich angesichts der gestiegenen Spritpreise die Konzernstrategie einer Konzentration auf sparsamere Autos durchsetze.

Hyundai könnte damit ein Opfer seiner eigenen ambitionierten Wachstumspläne werden. Denn wie kaum ein anderer Hersteller weltweit hat der größte koreanische Autobauer in den vergangenen Jahren vor dem Hintergrund einer stark wachsenden Nachfrage nach seinen Produkten neue Produktionskapazitäten im Ausland aufgebaut. So zählten Hyundai und Kia in Deutschland und Europa in den vergangenen Jahren zu den am schnellsten wachsenden Automarken. Während andere Hersteller über Überkapazitäten klagen, gaben die Koreaner erst im Herbst 2005 den Startschuss für ein zweites Werk in Tschechien, das die Kapazitäten des Konzerns in Europa verdoppeln wird. Die Werkseröffnungen sind Teil der weltweiten Expansionsstrategie des Konzerns, mit der dieser bis 2010 von derzeit Rang sechs auf Platz fünf der weltgrößten Autohersteller vorstoßen will. Für das Ende des Jahrzehnts hat sich der Autohersteller das Ziel von fünf Mill. verkauften Autos gesetzt.

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